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RPlus | Wahrheiten im Pferdetraining?
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… gibt es so nicht

 

Das hat die Wahrheit so an sich – sie liegt im Auge des oder Betrachter*in. Es gibt sie in vielfacher Ausführung, in friedlicher Nachbarschaft nebeneinander lebend oder als erbitterte Feinde einen unaufhörlichen Kampf austragend. Das Leben ist an sich schon so vielschichtig wie eine Zwiebel und die Wirklichkeit sieht für jede*n von uns je nach seinen Vorerfahrungen, der Persönlichkeit und aktueller Empfindungen immer ein wenig anders aus. So begleitet uns diese subjektive Wahrnehmung auch bei der Wahl unserer Trainingsmethode. Wir können uns daher nur für eine Ausbildungsrichtung entscheiden, wenn wir auf unser Herz hören, unsere eigene sehr individuelle Wahrheit anerkennen und danach entscheiden welche Forschungsergebnisse, Erkenntnisse anderer Pferdeliebhaber*innen oder eigene Erfahrungen mit dieser Methode uns plausibel erscheinen.

Wir verraten uns durch unsere Körpersprache

 

Authentizität ist ein wichtiger Schlüssel um mit einer neuen Trainingsmethode einen Zugang zu dem eigenen Pferd zu erreichen. Menschen, die sich schon ihrer eigenen Entscheidung nicht sicher sind, werden ihr Pferd nur schwerlich überzeugen können diesen Weg mit uns zu gehen. Pferde können den Grad unserer Überzeugung ganz genau an unserer Körpersprache ablesen, sie bemerken oft schon vor uns diese leichten Unstimmigkeiten in unserem Denken und Handeln. Jede Trainingsmethode kann eben nur so gut sein wie wir sie dem Pferd vorleben.

Kann man die Wahrheit fühlen?

 

Die modernen Lernkonzepte mit vielen Belohnungen, der Arbeit mit positivem Feedback und einer möglichst flachen Hierarchie in der Beziehung zum Pferd haben es besonders schwer offen ausgelebt zu werden, wenn doch der gesamte Reitsport immer noch stark von Traditionen geprägt wird. Auch wenn es noch so viele wissenschaftliche Arbeiten aus der Kognitionsforschung und der Pferdeethologie gibt, welche die Vorzüge der positiven Verstärkung belegen, in der Pferdewelt hält sich hartnäckig die Einstellung „das haben wir schon immer so gemacht“! Und natürlich gibt es für jedes Ausbildungskonzept und jede tradierte Pferdelehre scheinbar objektive Rechtfertigungen für diese Formen der Arbeit.

Ein Stück wahr

 

Jede langjährige Erfahrung und alle kleinen Einzelbeobachtungen spiegeln ja auch immer ein kleines Stückchen der ganz „großen Wahrheit“ wieder, und es darf uns nicht darum gehen ob Methode XY „richtiger“ ist als eine andere Zugangsweise. Auch Trainingsmethoden welche wir ganz klar für uns und unser Pferd ablehnen würden, sind in ihrem Kontext oft in sich schlüssig und innerhalb dieses Erklärungsmodells entwickeln sie eine ganz eigene Logik. Wir sollten daher unsere Umgangsformen beim Training mit dem Pferd und andere Ausbildungssysteme für uns danach bewerten wie wohl sich das Tier in diesen Situationen fühlt und selbstverständlich welche Emotionen uns dabei umtreiben. Jede Form der Kommunikation und jede Begegnung zweier Individuen können wir vielleicht eher daran messen ob sie sich „gut“ anfühlt und nicht ob sie „wahr“ ist.

Freundlichkeit ist der Weg…

 

Die absolute objektive Wahrheit gibt es nicht, aber wir können immer unserem Gefühl vertrauen und versuchen dass sich unser*e vierbeinige*r *in etwas wohler in unserer Nähe fühlt. Es ist auch fruchtlos sich über Methoden zu streiten oder die Mitstreiter*innen der eigenen Fraktion ständig zu kritisieren. Gerade wenn wir uns entschieden haben mit unserem Pferd positiv zu kommunizieren, dann sollten wir diese Fähigkeit auch im Umgang mit anderen Menschen pflegen, also ehrliches Interesse und Anteilnahme vorleben und nicht ständig versuchen sein Gegenüber zu dominieren oder bloßzustellen.Die Welt und nicht nur bei den Pferden könnte so viel schöner sein wenn wir einfach ein wenig freundlicher miteinander umgingen.

Um es mit den Worten von Douglas Adams auszudrücken: Ich bin doch viel lieber jeden Tag glücklich als im Recht. Marlitt

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Marlitt Wendt

 

 

Ich bin Verhaltensbiologin und eine Pionierin auf dem Gebiet des Trainings mit positiver Verstärkung für Pferde. Das was zunächst als private Leidenschaft begann, ist seit fast 20 Jahren meine Berufung. Ich habe meinen Traum verwirklicht und durfte mein Wissen und meine Erfahrung als Autorin in vielen Sachbüchern und Fachartikeln veröffentlichen und als Dozentin auf Seminaren im gesamten deutschsprachigen Raum in der Praxis umsetzen. RPlus ist nun die Quintessenz meiner bisherigen Arbeit. Mit RPlus als Idee, positive Verstärkung in ihrer Gesamtheit darzustellen und den Grundgedanken des Gebens wirklich zu leben, veröffentliche ich hier lerntheoretische Inspirationen, meine eigenen Ausbildungskonzepte und persönliche Einblicke in meine Pferdewelt.

Conny Ranz

 

 

Ich bin Pferdefotografin und Grenzgängerin. Mit meiner Kamera bewege ich mich zwischen den Welten. Zwischen Tier und Mensch, zwischen Traum und Realität. Pferde ihrer Natur entsprechend in ihrer ganzen Persönlichkeit zu zeigen, begeistert mich damals wie heute. Dazu bin ich unter anderem europaweit auf den Spuren der Wildpferde unterwegs. Diese Begegnungen erwecken stets den Mut zur Freiheit in mir. Mit meinen Bildern durfte ich bereits an einigen Buchprojekten namhafter Verlage sowie in diversen Pferdemagazinen mitwirken. Vor allem aber verleihe ich damit unserem gemeinsamen Herzensprojekt RPlus aus vollster Überzeugung Flügel.

Weitere Herzensangelegenheiten

Einklang zweier Seelen
RPlus und die Lehre vom Leben
Präsent wie ein Wildpferd

AUTHOR: Conny Ranz & Marlitt Wendt