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RPlus | Mehr Fluency, bitte
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Bewegungsfluss in Leichtigkeit

 

Gerade beim Reiten höherer Lektionen soll ein Pferd im Idealfall seine größtmögliche Eleganz erreichen. Scheinbar mühelos soll es schwierigste Bewegungsabläufe mit Leichtigkeit zeigen. So soll eine wirklich gute Passage nicht hopsend von einem Hinterbein schwer auf das andere schwankend ausgeführt werden, sondern rhythmisch und dynamisch gleichmäßig fließend. Genauso soll sich bei der Erarbeitung von vielen Tricks ein guter Bewegungsfluss ergeben. Möchten wir etwa, dass unser Pferd einen Gegenstand apportiert, so besteht unser angestrebtes Ziel darin, dass es direkt und zügig hinter dem geworfenen Gegenstand herläuft, ihn geschickt aufhebt um ihn dann direkt ohne Unterbrechung zurück zum Menschen zu bringen. Die erwünschte Fluency ist dabei eine geschmeidige, natürliche Abfolge der erlernten Elemente einer Verhaltenskette. Oft sieht man aber Pferde, die lange herumprobieren, bis sie das Objekt tatsächlich aufheben oder aber das Apportel unterwegs verlieren. Hieran merkt man ob das Pferd die Aufgabe in seiner Gesamtheit schon verinnerlicht hat.

Arbeit an der Fluency

 

Um dieses Problem zu umgehen arbeiten wir im R+ Training immer wieder an der Fluency, also an der Geschmeidigkeit, Geschicklichkeit, kurz an der Leichtigkeit in der Umsetzung einer Lektion. Dabei wird mir immer wieder bewusst wie viele Reiter viel zu früh zu viel erwarten oder voraussetzen ohne dieses Lernstadium wirklich erarbeitet zu haben. Im Schnitt sagt man, braucht es mehrere tausend Wiederholungen, also wirklich von vorne bis hinten gut gelungene und belohnte Wiederholungen bis eine Verhaltenskette wirklich verstanden ist. Je komplexer das Verhalten und je anspruchsvoller die Lektionen körperlich für das Pferd sind, desto mehr Teilschritte sind natürlich nötig und desto länger dauert es auf die nötige Belohnungshistorie zu kommen.

Wiederholung, Wiederholung, Wiederholung

 

Daher übe ich mit meinen Pferden und auf meinen Kursen gerne in wiederkehrenden Mustern. So kann in einem kurzen Zeitfenster eine relativ große Anzahl an Wiederholungen durchgeführt werden. Ein Beispiel: Wenn ich das Schulterherein in seiner Grundform bereits erarbeitet habe, so gehe ich gerne dazu über es im Verlauf einer gedachten auf den Boden gezeichneten Spur in Form einer Acht zu trainieren.

Die 8 als Grundmuster

 

Eine Acht ist wie zwei miteinander verknüpfte Volten zu verstehen, auf denen wir mit einem jeweiligen Handwechsel entlang gehen. So haben wir auf beiden Bögen der Acht die Möglichkeit ein paar Schritte Schulterherein zu üben und durch den Handwechsel gleich die Fluency auf beiden Händen zu verbessern. Darüber hinaus haben wir in sehr kurzen Abständen die Möglichkeit sowohl die Einleitung des Schulterhereins, die flüssige Durchführung, als auch das Beenden der Lektion und das erneute Geraderichten zu integrieren. Die Acht als Grundmuster der Reitkunst kannten schon die alten Reitmeister. Durch die Arbeit mit positiver Verstärkung können wir nun das Wissen der Tradition mit dem Wissen der Forschung verknüpfen.

 

Marlitt & Conny

AUTHOR: Conny & Marlitt