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RPlus | Blicktarget nach Marlitt Wendt
Video und Artikel zum Blicktarget nach Marlitt Wendt
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Einsatz positiver Verstärkung

 

Die verschiedenen Gangarten sind zwar beim Islandpferd je nach Blutlinie genetisch fixiert, dennoch kann es eine Herausforderung sein alle vorhandenen Gangarten abrufbar zu machen und klar im Takt voneinander zu trennen. Während einige Isländer im Freilauf beispielsweise den Trab bevorzugen, tölten andere und zeigen fast nie klaren Trab. Daher ist es ein wichtiger Teil der Islandpferdeausbildung schon am Boden Wege zu finden die gewünschte Gangart zu festigen. Die junge Islandstute Katina zeigt relativ selten im Freilauf klaren Trab im Zweitakt, daher begleiten wir ihren Herzensmenschen Barbara hier im Video bei der Bodenarbeit zur Findung des Trabes.

Und eins-zwei, eins-zwei, eins-zwei…

 

Im Trab wechselt sich die Vorwärtsbewegung des diagonalen Beinpaares miteinander ab. Es schwingen beispielsweise rechts hinten und links vorne nach vorne, so dass von der Seite betrachtet die beiden rechten Beine ein „V“ unter dem Pferdekörper bilden. Immer gibt es im korrekten Trab eine kurze Schwebephase. Viele sehr gut töltende Islandpferde bevorzugen den Viertakt im Tölt gegenüber dem Zweitakt im Trab. Sie haben Schwierigkeiten im Rücken zu schwingen und stabil die Trabbewegung zu halten. Während der Tölt eine gelaufene Gangart ist, bei der immer in jeder Bewegungsphase mindestens ein Huf am Boden ist, ist der Trab eine gesprungene Gangart mit einer Schwebephase, in der kein Huf den Boden berührt.

Die Stangenreihe

 

Viele Isis, so auch Katina lassen sich im Trab leichter als bei der freien Bodenarbeit mithilfe von einer Reihe am Boden liegender Stangen trainieren. Durch den an der Pferdegröße und Beinlänge orientierten Abstand der Stangen zueinander wird eine wiederkehrende Abfolge vorgegeben. Fixiert man nun die Stangenreihe aus dem erhöhten Tempo heraus, wird es sich leichter tun den Trab zu finden. Katina wölbt also den Rücken bei ihren akzentuierten Bewegungen auf und berührt den Boden zwischen den Stangen mit einem regelmäßigen Rhythmus.

Exkurs – Neben der Spur

Wechsel von Energie und Ruhe

 

Barbara zeigt es hier im Video: Es geht nicht darum permanent Übungen aneinander zu ketten. Gerade bei Lektionen, die dem Pferd nicht so leicht fallen oder solchen, die viel Energie erfordern, ist es sinnvoll immer wieder Pausen zu machen. Daher clickt Barbara hier beim Übertraben der Stangen, füttert direkt danach und geht dann aber in eine Kraulpause über. Ganz allgemein sollte der Wechsel von Futterbelohnungen zu einfachen Berührungen jederzeit möglich sein. Spult sich das Pferd auf oder versucht es alles, was es bereits kennt abzuspulen, ist es an der Zeit an den Basics zu arbeiten. Und dazu gehört die ruhige Futtergewöhnung und die unterschiedliche Pausengestaltung.

Hilfsmittel Stangen ausschleichen

 

Die Stangen markieren den Anfang. Sie geben gewissermaßen einen Rhythmus vor, den das Pferd finden kann. Nun versuchen wir den einmal entwickelten Trab mitzunehmen in die freie Bewegung und ihn dort zu festigen, um später jederzeit auf ein Signal hin antraben zu können. So zeigte Katina zum Beispiel beim ersten Versuch nach der Kraulpause einige Trabtritte nach dem Überqueren der Stangen, wofür sie geclickt wurde. Man sieht im Video, dass sie Schwierigkeiten hatte die Gangart Trab weiter zu halten. Daher wird die Übung einfach wiederholt. Zufälliges Traben außerhalb der Stangenreihe wird auch gemarkert und möglichst in Bewegung mit Futter belohnt.

Krafttraining

 

Nicht vergessen darf man, dass jedes Bewegungsmuster seine eigene Muskelarbeit bedeutet. Ist die eine Gangart tiefer im Bewegungsrepertoire verankert, so wird sie im Laufe der Lebenszeit des Pferdes viel mehr gezeigt als eine nicht ganz so tief verankerte. Die Muskulatur wird sich immer mehr in Richtung eines guten Tölts entwickeln, wenn man den Trab nicht gesondert übt. Die für den Trab notwendige Körperspannung, das Aufwölben des Rückens und die Mitarbeit des Oberhalses etwa ist ein Themengebiet, was sich erst nach und nach während der Bodenarbeit entwickelt. So vorbereitet wird auch die spätere Arbeit unter dem Reiter leichter.

Warum überhaupt Trab?

 

Hat man den Trab einmal mit ins Bewegungsrepertoire seines Islandpferdes aufgenommen, so kann diese Gangart auch zur Gymnastizierung verwendet werden. Gerade die Seitengänge sind reiterlich wesentlich leichter im Trab zu reiten und helfen dabei die Versammlungsfähigkeit des Pferdes zu erhöhen und die Aufrichtung zu fördern. Dadurch dass jede Gangart unterschiedliche Muskelgruppe verstärkt fordert, kann ein gleichmäßiges Training gewährleistet werden, wenn alle theoretisch vorhandenen Gangarten auch praktisch trainiert werden. Und nicht zuletzt hilft es auch dem Menschen den Blick und später das Reitgefühl für unterschiedliche Gangarten, Bewegungsmuster und Taktverschiebungen zu entwickeln. Ein Islandpferd wirklich gut zu gymnastizieren ist durch die vielen Taktverschiebungsmöglichkeiten eine Herausforderung. Daher ist es gut sich den Takt und die Fußfolge der Grundgangarten zu vergegenwärtigen, bevor man an weit verbreiteten Problemfeldern bei Gangpferden wie Passverschiebungen oder Galopprolle, also am guten Tölt arbeitet.

Und nun mit ganz viel Schwung in den Tag, Marlitt

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Marlitt Wendt

 

Ich bin Verhaltensbiologin und eine Pionierin auf dem Gebiet des Trainings mit positiver Verstärkung für Pferde. Das was zunächst als private Leidenschaft begann, ist seit fast 20 Jahren meine Berufung. Ich habe meinen Traum verwirklicht und durfte mein Wissen und meine Erfahrung als Autorin in vielen Sachbüchern und Fachartikeln veröffentlichen und als Dozentin auf Seminaren im gesamten deutschsprachigen Raum in der Praxis umsetzen. RPlus ist nun die Quintessenz meiner bisherigen Arbeit. Mit RPlus als Idee, positive Verstärkung in ihrer Gesamtheit darzustellen und den Grundgedanken des Gebens wirklich zu leben, veröffentliche ich hier lerntheoretische Inspirationen, meine eigenen Ausbildungskonzepte und persönliche Einblicke in meine Pferdewelt.

Conny Ranz

 

Ich bin Pferdefotografin und Grenzgängerin. Mit meiner Kamera bewege ich mich zwischen den Welten. Zwischen Tier und Mensch, zwischen Traum und Realität. Pferde ihrer Natur entsprechend in ihrer ganzen Persönlichkeit zu zeigen, begeistert mich damals wie heute. Dazu bin ich unter anderem europaweit auf den Spuren der Wildpferde unterwegs. Diese Begegnungen erwecken stets den Mut zur Freiheit in mir. Mit meinen Bildern durfte ich bereits an einigen Buchprojekten namhafter Verlage sowie in diversen Pferdemagazinen mitwirken. Vor allem aber verleihe ich damit unserem gemeinsamen Herzensprojekt RPlus aus vollster Überzeugung Flügel.

AUTHOR: Conny Ranz & Marlitt Wendt