q
Welcome to moose theme.
Enter any text or widget here.
RPlus | Jedes Pferd reiten?
363427
post-template-default,single,single-post,postid-363427,single-format-standard,eltd-cpt-1.0,ajax_leftright,page_not_loaded,,moose-ver-2.1, vertical_menu_with_scroll,smooth_scroll,side_menu_slide_with_content,width_370,blog_installed,wpb-js-composer js-comp-ver-5.5.2,vc_responsive

Eine Frage des Gefühls

 

Immer wieder sieht es so aus, als hätten Pferde nur dann eine Daseinsberechtigung, wenn sie reitbar sind. Pferde müssen immer bestimmte Funktionen für den Menschen übernehmen, ihre Bestimmung im Leben liegt anscheinend nur darin uns als Reittier zu dienen. Dabei stellt sich aber die Frage, ob wirklich jedes Pferd emotional und gesundheitlich in der Lage ist diesen hohen Anforderungen auch gerecht zu werden. Denn all diese Nutzungsgedanken stellen oft sehr ambitionierte Ansprüche an das Pferd, selbst wenn sie lediglich der gemeinsamen Freizeitgestaltung dienen sollen. Und so sehe ich viele Pferde die eigentlich eben nicht zum Reiten geeignet sind. Da sie entweder aufgrund unzureichender Ausbildung, körperlicher Defizite oder mentaler Überforderung „Nein“ sagen zum Reiten, indem sie scheinbar „faul“, „nervös“ oder aber „unberechenbar“ sind.

Nicht alle Pferde wollen geritten werden

 

Aber gerade diese negativ belegten Attribute sind Hinweise darauf, dass die grundsätzliche Arbeit mit dem Pferd und unsere Erwartungen überdacht werden müssen. Es ist eben nicht jedes Pferd zu jedem Zeitpunkt seines Lebens belastbar und letztlich ist es nie von der Natur dafür geschaffen worden, uns auf seinem Rücken zu tragen und uns damit Freude zu bereiten. Viele Pferde können es lernen gerne geritten zu werden. Sie können lernen dies mit Belohnungen und angenehmen Empfindungen in Verbindung zu bringen und nicht mit Schmerzen, Anstrengungen und Ängsten. Nur dafür müssen wir ihnen die Zeit geben und ihr Verständnis für diese ungewöhnliche Aufgabenstellung gewinnen.

Etwas finden was uns verbindet

 

Aber es gibt eben auch jene Pferde, denen wir keinen Gefallen damit tun, so fokussiert auf das Reiten zum Selbstzweck zu sein. Meine Stute Mausi ist beispielsweise glücklich, wenn sie die gesamte Situation in ihrem Tempo erfassen darf und ihren Körper frei entfalten kann. Sie liebt es einfach mit mir zusammen zu sein. Eines ihrer Lieblingsspiele ist das Spiel mit der Aufstiegshilfe. Sie stellt sich frei neben die Aufstiegshilfe, wartet bis ich auf ihren Rücken geklettert und bin nimmt ihre Belohnung entgegen. Sie geht auch gerne darum herum und kehrt zu ihr zurück. Diese Vorhersehbarkeit und übersichtliche Routine gibt ihr Sicherheit und für sie stellt dieser Ort daher eine Art emotionaler Anker dar, an den sie sich immer wieder zurückziehen kann. Selbst wenn ich gerade mit der Stallarbeit beschäftigt bin kann es passieren, dass sie mich anschaut und zur Aufstiegshilfe geht, mich von dort aus fixiert und wartet, dass ich zu ihr komme und mit ihr spiele, wir also gemeinsam „Reiten“.

Nicht über Grenzen gehen

 

Auch wenn diese Form des Reitens ganz frei ohne Kopfstück und Zügel möglich ist, halte ich sie nicht für ein besonders geeignetes Reitpferd. Sie lässt sich leicht verunsichern und reagiert manchmal extrem überaktiv. Deshalb akzeptiere ich ihre momentanen Grenzen und reite sie nur in gesicherter Umgebung, so dass wir beide uns wohlfühlen können und warte einfach ab, wie sie sich weiter entwickelt. Wir brauchen beide unsere Zeit um noch mehr Vertrauen und vielleicht auch Mut zu entwickeln. Freiheit für Pferd und Mensch bedeutet für mich sich die Zeit zu nehmen, die man braucht um einvernehmlich mit dem Tier seine Ziele zu erreichen.

Wir können über soviele andere Wege miteinander Zeit verbringen, Marlitt

Dein Beitrag ist wichtig

Liebe Leserin, lieber Leser!

Unsere Fach-Artikel und Videos stehen allen Interessierten zur freien Verfügung. Allerdings erfordert das alles im Hintergrund viel Arbeit, Organisation und auch viel Geld. Deshalb benötigen wir eure finanzielle Unterstützung um weiterhin unsere Vision im Sinne der Pferde in die Welt hinauszutragen. Unterstützt uns deshalb jetzt mit einer einmaligen Spende oder richtet ein monatliches, freiwilliges Abo auf unserer Seite ein. Danke! Marlitt und Conny

Marlitt Wendt

 

 

Ich bin Verhaltensbiologin und eine Pionierin auf dem Gebiet des Trainings mit positiver Verstärkung für Pferde. Das was zunächst als private Leidenschaft begann, ist seit fast 20 Jahren meine Berufung. Ich habe meinen Traum verwirklicht und durfte mein Wissen und meine Erfahrung als Autorin in vielen Sachbüchern und Fachartikeln veröffentlichen und als Dozentin auf Seminaren im gesamten deutschsprachigen Raum in der Praxis umsetzen. RPlus ist nun die Quintessenz meiner bisherigen Arbeit. Mit RPlus als Idee, positive Verstärkung in ihrer Gesamtheit darzustellen und den Grundgedanken des Gebens wirklich zu leben, veröffentliche ich hier lerntheoretische Inspirationen, meine eigenen Ausbildungskonzepte und persönliche Einblicke in meine Pferdewelt.

Conny Ranz

 

 

Ich bin Pferdefotografin und Grenzgängerin. Mit meiner Kamera bewege ich mich zwischen den Welten. Zwischen Tier und Mensch, zwischen Traum und Realität. Pferde ihrer Natur entsprechend in ihrer ganzen Persönlichkeit zu zeigen, begeistert mich damals wie heute. Dazu bin ich unter anderem europaweit auf den Spuren der Wildpferde unterwegs. Diese Begegnungen erwecken stets den Mut zur Freiheit in mir. Mit meinen Bildern durfte ich bereits an einigen Buchprojekten namhafter Verlage sowie in diversen Pferdemagazinen mitwirken. Vor allem aber verleihe ich damit unserem gemeinsamen Herzensprojekt RPlus aus vollster Überzeugung Flügel.

Weitere Herzensangelegenheiten

Einklang zweier Seelen
RPlus und die Lehre vom Leben
Präsent wie ein Wildpferd

AUTHOR: Conny Ranz & Marlitt Wendt