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RPlus | Blicktarget nach Marlitt Wendt
Video und Artikel zum Blicktarget nach Marlitt Wendt
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Klassische und operante Konditionierung beachten

 

Das Pferdegehirn lernt wie sein menschliches Pendant permanent. Ob man will oder nicht, ob bewusst oder unbewusst, es arbeitet ohne Unterbrechung, indem es in Sekundenbruchteilen Daten miteinander vergleicht, auswertet oder bewertet. Darum ist es im Pferdetraining so wichtig immer mal wieder genau hinzuschauen was wie funktioniert und welche Lernform wann vorherrschend ist. Schließlich haben wir im Training oft ein Ziel, wir wollen unserem Pferd etwas beibringen, es soll also möglichst das von uns Geplante lernen. Dafür ist es gut, wenn wir es in die passende Stimmung versetzen, damit das Lernziel so leicht wie möglich erreicht werden kann. Ich persönlich arbeite je nach Trainingsfokus mit unterschiedlichen Elementen. Bei beiden mit sehr viel Futterlob, aber eben nur dann mit einem Markersignal, wenn ich auch möchte, dass das Pferd bewusst mitarbeitet. Bei allem anderen gebe ich mein Futter langsam, sanft und beiläufig, möglichst im Zeitlupentempo und ohne direkten Blickkontakt oder körpersprachlichen Fokus. Im Video mit dem Araberwallach Walesco und seiner Andrea. Wollen wir darauf etwas näher eingehen.

Die Unterschiede der Konditionierungsprozesse

 

Zwei der wichtigsten, weil stammesgeschichtlich ältesten Lernformen sind die beiden Konditionierungsprozesse, die klassische und die operante Konditionierung. Beide geschehen ständig parallel, man kann sich nicht das eine wünschen und das andere verhindern. Sie sind einfach da, egal was wir machen. Möglich ist aber, sich vorher genau zu überlegen, ob wir möchten, dass unser Pferd sehr aufmerksam ist und per Versuch und Irrtum aktiv nach einer Lösung suchen soll, oder ob wir unser Lernziel eher beiläufig und unbewusst erreichen wollen. Wenn wir uns ein aktives, mitarbeitendes Pferd wünschen, welches viel ausprobiert und mitdenkt, dann ist vermutlich die operante Konditionierung verstärkt im Fokus. So zum Beispiel eigentlich immer bei der Arbeit mit einem Markersignal. Bei Übungen die nicht die volle Aufmerksamkeit des Pferdes erfordern, sowie ruhigen oder gleichförmigen Lektionen jedoch, kann es sinnvoll sein sich auf die beiläufige Arbeit, also mehr auf den Anteil der klassischen Konditionierung zu konzentrieren. Um also mehr eine Stimmung zu erzeugen und gar nicht in erst eine bewusste, konzentrierte Trainingsstimmung zu gelangen.

Beispiel: Mehr Bewegungsfreude durch Fokus auf klassische Konditionierung

 

Wann immer ich eher am Gesamtbild und weniger an einzelnen Details feilen möchte, versuche ich das Pferd nicht durch ein gezieltes Clicken auf einen bestimmten Augenblick zu fokussieren, sondern durch das beiläufige Füttern in Bewegung zu halten. So können wir im Video sehen, dass Andrea ihren Walesco beispielsweise einfach im Nebeneinander Schreiten füttert, ohne ihr Verhalten oder seines zu unterbrechen, und ohne darauf zu achten ob nun gerade das linke oder das rechte Vorderbein weiter vorne ist oder der Kopf nach links oder nach rechts wackelt. Es geht also um das große Ganze, das Miteinander, die Stimmung und nicht um ein einzelnes Körperteil. Funktioniert das im Schritt bereits gut, so kann man das Verfahren analog im Trab probieren. Oft reicht die eigene Kondition da nicht aus lange Strecken mitzutraben. In diesem Falle bietet es sich an stattdessen mit großen Schritten nebenher zu gehen. Wieder geht es darum, dass das Pferd beiläufig Freude an der Bewegung findet und nicht das Gefühl haben soll ein eng definiertes Verhalten zu zeigen oder irgendeine Aufgabe lösen soll.

Stimmung beachten

 

Es geht ja darum mehr Bewegungsfreude zu vermitteln, daher ist es sehr wichtig, selbst locker zu sein, fröhlich mitzugehen und mit freundlicher Stimme zu loben. Alles tun, was die Situation auflockert und die Motivation des Pferdes erhöht. Reagiert das Pferd nun auf eine veränderte Körperspannung und springt wie Walesco hier im Video zum ersten Mal von sich aus in den Galopp, auch das diese Gangart dazunehmen. Bei vielen Pferden ist dieser Arbeitsschritt nur ganz über viele Wiederholungen zu erreichen. Nicht jedes Pferd galoppiert freiwillig und energievoll Runde um Runde, sondern braucht zum einen Kraft und zum anderen die passende Motivation um aus sich heraus zu kommen.

Das eine kann also gar nicht ohne das andere sein, Marlitt

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Marlitt Wendt

 

Ich bin Verhaltensbiologin und eine Pionierin auf dem Gebiet des Trainings mit positiver Verstärkung für Pferde. Das was zunächst als private Leidenschaft begann, ist seit fast 20 Jahren meine Berufung. Ich habe meinen Traum verwirklicht und durfte mein Wissen und meine Erfahrung als Autorin in vielen Sachbüchern und Fachartikeln veröffentlichen und als Dozentin auf Seminaren im gesamten deutschsprachigen Raum in der Praxis umsetzen. RPlus ist nun die Quintessenz meiner bisherigen Arbeit. Mit RPlus als Idee, positive Verstärkung in ihrer Gesamtheit darzustellen und den Grundgedanken des Gebens wirklich zu leben, veröffentliche ich hier lerntheoretische Inspirationen, meine eigenen Ausbildungskonzepte und persönliche Einblicke in meine Pferdewelt.

Conny Ranz

 

Ich bin Pferdefotografin und Grenzgängerin. Mit meiner Kamera bewege ich mich zwischen den Welten. Zwischen Tier und Mensch, zwischen Traum und Realität. Pferde ihrer Natur entsprechend in ihrer ganzen Persönlichkeit zu zeigen, begeistert mich damals wie heute. Dazu bin ich unter anderem europaweit auf den Spuren der Wildpferde unterwegs. Diese Begegnungen erwecken stets den Mut zur Freiheit in mir. Mit meinen Bildern durfte ich bereits an einigen Buchprojekten namhafter Verlage sowie in diversen Pferdemagazinen mitwirken. Vor allem aber verleihe ich damit unserem gemeinsamen Herzensprojekt RPlus aus vollster Überzeugung Flügel.

AUTHOR: Conny Ranz & Marlitt Wendt