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RPlus | Liegen und Flachliegen
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Ergebnis einer unsichtbaren Verbindung

 

Liegen und Flachliegen können rein als Zirkuslektionen antrainierte, auf Signal abrufbare Verhaltensweisen sein. Sie können über einen Shapingprozess entstehen oder aber durch Capturing=Einfangen einer Verhaltensweise aufgegriffen werden. Wichtiger als die Frage nach der Trainingsmethode, genauem Kriterium und Timing sind aus meiner Sicht bei diesen Verhaltensweisen jedoch andere Themen. Beide Verhaltensweisen entstehen für mich am natürlichsten eher beiläufig. Für mich ist es wichtig eine Atmosphäre zu schaffen, in der ein Pferd sich sowieso gerne ablegt. Eine Stimmung in der es gerne liegen bleibt, weil es sich sicher und wohlfühlt. Eine Verbindung zum Menschen durch die es sich geborgen fühlt und Ruhe zum Flachliegen finden kann.

Belohnungen sind der Ausgangspunkt

 

Weicher Boden und das gemeinsame Suchen eines geeigneten, sicheren Ortes sind meist der Startpunkt zum Entdecken der Lektionen. Gerade die eigene Orientierung am Boden, das eigene Umherschauen und Fokussieren des Bodens, regt viele Pferde dazu an Verhaltensweisen zu zeigen, die das Wälzen ankündigen. Diese genau zu beobachten und zu markern, hilft dabei, dem Pferd zu verdeutlichen dass es jetzt der richtige Moment ist sich einen Platz zum Niederlassen zu suchen. Solche ankündigenden Verhaltensweisen des Pferdes sind beispielsweise das Umherwandern mit tief über dem Boden getragener Nase und Schnüffeln am Boden, Scharren mit dem Vorderhuf, Kreiseln an einer bestimmten Stelle oder auch wiederholtes einKnicken der Vorderbeine und sich wieder erheben. All diese Verhaltensweisen können helfen die Stimmung des Pferdes zu erspüren und wir können dabei ihre Suchbewegungen nach einem geeigneten Platz spiegeln oder imitieren. Erfolgt dieses Vorspiel zum Ablegen ruhig und gelassen, so ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass auch das Liegen entspannt gezeigt werden kann. Berührt der Bauch des Pferdes den Boden, so kann man diesen Moment markern und direkt füttern. Manche Pferde liegen zunächst nur kurz. Ihre Liegezeit kann durch die Ausdehnung der Fresszeit unten am Boden aber deutlich erhöht werden. Andere Pferde sind von Beginn an in der Lage ruhig zu kauen, sich umzuschauen und ein Leckerli nach dem anderen entgegenzunehmen oder direkt aus einer Futterschüssel zu fressen.

Wichtiger jedoch ist die eigene Haltung

 

Wichtiger noch als die Technik der Futterübergabe ist für viele Pferde die innere Haltung des beteiligten Menschen. Weiche, entspannte Bewegungen helfen dem Pferd sich ebenfalls zu entspannen. Tiefe Atemzüge beruhigen das Pferd und versetzen es in Pausenstimmung. Der weiche, nicht-fokussierende Blick signalisiert Ruhe und Gelassenheit. Dabei hilft es auch ungemein nicht den eigenen Wunsch, dass das Pferd doch bitte sofort liegen soll zu übertragen. Gerade sensible Pferde legen sich unter diesen Umständen nicht hin, denn sie spüren die mentale Anspannung ihres zweibeinigen Trainingspartners. Haben wir es einmal geschafft auch emotional einen geeigneten Raum zum Liegen zu erschaffen, so genießen viele Pferde das entspannte gelegentliche Überreichen von Futter, ebenso wie sanfte Berührungen und zärtliches Kraulen. In dieser relaxten „Picknicksituation“ für Pferd und Mensch können wir dann durch die Variation des Futterpunktes auch das Flachliegen behutsam entwickeln.

Marlitt Wendt & Conny Ranz

AUTHOR: Conny & Marlitt