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RPlus | Pferdepersönlichkeiten
Ego und Selbstbild der Pferde
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Ego und Selbstbild?

 

Welche Position innerhalb der Herde ein bestimmtes Pferd bekleidet, lässt sich nicht anhand des Alters, der Rasse oder der Körpergröße vorhersehen. Je nach Persönlichkeit kann ein Pferd in einem bestimmten Umfeld auf die eine Art und Weise agieren, während es in einer anderen Gruppenkonstellation komplett anders handeln würde. Gerade unter Hengsten entscheidet vor allem eine gegenseitige Sympathie über Freundschaft oder Abneigung. Beim allerersten Aufeinandertreffen kann man dabei die persönlichkeitsbedingten Verhaltensstrategien ebenso beobachten wie man Rückschlüsse auf das Ego und Selbstbild der einzelnen Hengste gewinnen kann.

Gefahr: Ungleiches Kräfteverhältnis

 

Beim Aufeinandertreffen der unterschiedlichen Hengste auf der Sommeralm kollidieren so manch gegensätzliche Charaktere miteinander. Darüber hinaus interagieren hier Tiere mit ihrer ganz eigenen Mentalität und Größe, so wie in diesem Fotobeispiel die gewaltigen Noriker-Zuchthengste und ein Shetty-Hengst. Wie im Bild zu sehen wird der kleine Hengst beim Aufeinandertreffen der Noriker buchstäblich überrannt, er findet sich unter dem Bauch des riesigen Tigerscheckens wieder. Das Verletzungsrisiko ist in solchen Konstellationen natürlich hoch und jeder Pferdebesitzer sollte sich bei seinem eigenen Tier fragen, in welcher Gruppenzusammensetzung ein ausgeglichenes Kräfteverhältnis besteht um das Risiko zu minimieren.

Imponiertrab

 

Die Erfahrung des Überrannt-Werdens hindert den kleinen Shetty-Hengst in dieser Situation jedoch nicht daran weiter mitzumischen und im Imponiertrab parallel zum großen Noriker-Rapphengst zu posieren. Er demonstriert damit seine mentale Stärke. Das parallele Traben wird in der Fachsprache auch parallel prance genannt. Damit ist ein gegenseitiges Präsentieren im Trab Seite an Seite gemeint, bei dem die Trabbewegung meist verlangsamt und kadenzierter als gewöhnlich erscheint. Oft gleicht sich die Fußfolge der Kontrahenten einander an, der Hals wird aufgewölbt und gebogen präsentiert.

Das Aufblühen der Persönlichkeit

 

Persönlichkeit und innere Stärke sind keine feststehenden Attribute, welche wir jedem Pferd einfach so von außen ansehen können. Auch unsere Pferde schlüpfen ebenso wie wir Menschen in ganz verschiedenen Rollen, je nach der jeweiligen Situation, dem möglichen Kontrahenten oder Flirtpartner, der eigenen Tagesform, den eigenen positiven oder negativen Vorerfahrungen, und und und. Der kleine Shetty-Hengst mag seine körperliche Stärke bei dieser Imponier-Show stark überschätzt haben, aber sein subjektives Selbstbild scheint ungebrochen und überstrahlt anscheinend den „kleinen“ Rückschlag bei der Rangelei mit den Großen. Welches Selbstbild unser Pferd von sich in seinem Inneren erschaffen hat können wir nur ganz vage erahnen. Aber wir können am ehesten einen Blick auf die verborgenene Persönlichkeit erhaschen, wenn wir den Tieren die Freiheit gewähren ihre Persönlichkeit ausleben zu dürfen. Das heißt auch im Training mal eigene Ideen mit einbringen zu dürfen, soziale Interaktionen mit der Umwelt zulassen und die eigene Neugier befriedigen, mehr Offenheit und weniger Kontrolle sind der Schlüssel zur Persönlichkeitsentfaltung unserer Pferde und wir dürfen uns dabei glücklich schätzen diese Entwicklung an ihnen beobachten zu dürfen.

Marlitt Wendt & Conny Ranz

AUTHOR: Conny & Marlitt