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Positionsarbeit nach Marlitt Wendt #3 | RPlus
Video und Artikel zum Blicktarget nach Marlitt Wendt
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Balance auf vier Beinen

 

Gerade junge, rekonvaleszente oder einfach unausbalancierte Pferde können sehr von der gezielten Positionsarbeit profitieren. Als Positionsarbeit bezeichne ich eine besondere von mir entwickelte Fütterungstechnik, bei der das Pferd in ganz bestimmten Körperhaltungen gefüttert wird. Es geht also darum wie genau ich die Belohnung überreiche um einen maximalen Effekt für die Gymnastizierung zu erreichen. Im zu diesem Artikel gehörigen Video seht ihr daher die im Video noch sehr junge große Warmblutstute Athena mit ihrem Lieblingsmenschen Anick. Die beiden versuchen hier einen positiven Effekt auf die Haltung der Stute zu erreichen.

Eine korrekte Grundhaltung entwickeln

 

Pferdeausbildung ist generell ein langwieriger Prozess. Erst einmal geht es bei den meisten Pferden darum ein gutes Körpergefühl zu entwickeln und in eine stabile Haltung zu kommen. Das wiederum wird nur funktionieren, wenn das Pferd möglichst ausbalanciert auf seinen vier Beinen steht. Bei der Positionsarbeit clicken wir nun für das ruhige Stehen und Füttern das Pferd dann in eine solche erstrebenswerte Grundhaltung. Bei Athena sehen wir im Video sehr schön wie komplex das Ganze ist. Es ist zunächst bei den meisten Pferden nicht so einfach wie es scheint das Pferd überhaupt mit dem Kopf in Mittelposition zu füttern. Dabei soll der Kopf geradeaus gehalten werden, die Ohren auf gleicher Höhe und die Stirnlinie leicht vor der Senkrechten. Hat man das einmal erreicht, so kann man langsam mehr auf die Brustmuskulatur achten. Wie im Video zu sehen führt ein Heben im Brustkorb dazu, dass die Vorderbeine senkrecht zum Boden stehen können, die Hufe gleichmäßig belastet werden und das Pferd somit nicht mehr rückständig steht.

Warum soll das Pferd nicht rückständig stehen?

 

Steht das Vorderbein permanent rückständig, so wird die Hufrolle, das Fesselgelenk und das Karpalgelenk des Pferdes stark belastet. Es bedeutet schlichtweg eine permanent höhere Belastungssituation für Sehnen und Gelenke des Vorderbeins im Allgemeinen. Darüber hinaus wird das Pferd aus dieser Körperhaltung nicht in der Lage sein sich vermehrt aufzurichten und die Hinterhand aktiv zu nutzen, da es das Becken nicht funktional kippen kann. Es ist also ein wichtiger Prozess in der Ausbildung, dass ein Pferd lernt weniger vorhand-lastig zu gehen und zu stehen.

Und was genau bringt nun die Positionsarbeit?

 

Einen Überblick über die Grundlagen und weiterführende Themen der Positionsarbeit findest du auch hier: Positionsarbeit #1 und Positionsarbeit #2

 

Die gezielte Positionsarbeit funktioniert schlicht über viele, viele Wiederholungen. Ich suche also gezielt nach Gelegenheiten, in denen ich das Pferd clicken kann. Vielleicht einfach, weil es höflich neben mir steht, damit ich das Futter, das ich dann eh überreichen will, nun nicht irgendwie, sondern in einer definierten Art und Weise übergebe. Damit festige ich also eine Grundposition beim Pferd. Je häufiger ich das Pferd nun in einer solchen, zunächst unbequemen Haltung füttere, desto mehr kräftige ich die Rumpfmuskulatur und desto leichter wird es dem Pferd fallen von sich aus eine gute Körperhaltung zu entwickeln. Ich füttere dann nach und nach immer länger, lasse also weitere Futterbrocken ins Pferdemaul wandern, während das Pferd in der gewählten Position verweilt. So kann es sich besser an die neue Belastungssituation gewöhnen.

Sowohl Rumpfmuskulatur als Belastung der Beine wird gleichmäßiger

 

Bei Athena kann man im Video sehr schön sehen, dass sie als Jungpferd sich oft auf eine bestimmte Schulter, in ihrem Falle die rechte Schulter fallen lässt und damit auch ihr rechtes Vorderbein stärker belastet als das linke. Auch dieses Ungleichgewicht der beiden Körperhälften kann man durch gezieltes Training der Mittelposition ausgleichen. Dazu führt man das Pferd mit viel Gefühl mit dem Leckerli an den Pferdelippen in die ideale Position. Das Futter überreicht man dann in einer stabilen Position. Lasst euch nicht täuschen: Das ist nicht einfach mal eben gemacht. Wenn ihr es selbst ausprobiert, werdet ihr sicher merken, dass es allein etwas tricky ist den Kopf gerade zu füttern. Alles andere macht keinen Sinn: Es bringt nichts das Pferd mit permanent schief gehaltenem Kopf in unterschiedliche Positionen zu führen. Daher ist es wichtig, den Grundlagen Zeit zu geben. Nur so wird sich die Balance des Pferdes positiv entwickeln.

Wunderbar

 

Bei Athena sehen wir im Verlauf des Videos sehr deutlich, wie sie beginnt aktiv den Brustkorb zu heben, ausbalanciert auf ihren Vorderbeinen zu stehen und vor allem auch von der Seite betrachtet, wie sich ihre starke Rückständigkeit in eine gerade Haltung entwickelt.

Nur nicht in Schräglage geraten, ihr Lieben, Marlitt

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Marlitt Wendt

 

Ich bin Verhaltensbiologin und eine Pionierin auf dem Gebiet des Trainings mit positiver Verstärkung für Pferde. Das was zunächst als private Leidenschaft begann, ist seit fast 20 Jahren meine Berufung. Ich habe meinen Traum verwirklicht und durfte mein Wissen und meine Erfahrung als Autorin in vielen Sachbüchern und Fachartikeln veröffentlichen und als Dozentin auf Seminaren im gesamten deutschsprachigen Raum in der Praxis umsetzen. RPlus ist nun die Quintessenz meiner bisherigen Arbeit. Mit RPlus als Idee, positive Verstärkung in ihrer Gesamtheit darzustellen und den Grundgedanken des Gebens wirklich zu leben, veröffentliche ich hier lerntheoretische Inspirationen, meine eigenen Ausbildungskonzepte und persönliche Einblicke in meine Pferdewelt.

Conny Ranz

 

Ich bin Pferdefotografin und Grenzgängerin. Mit meiner Kamera bewege ich mich zwischen den Welten. Zwischen Tier und Mensch, zwischen Traum und Realität. Pferde ihrer Natur entsprechend in ihrer ganzen Persönlichkeit zu zeigen, begeistert mich damals wie heute. Dazu bin ich unter anderem europaweit auf den Spuren der Wildpferde unterwegs. Diese Begegnungen erwecken stets den Mut zur Freiheit in mir. Mit meinen Bildern durfte ich bereits an einigen Buchprojekten namhafter Verlage sowie in diversen Pferdemagazinen mitwirken. Vor allem aber verleihe ich damit unserem gemeinsamen Herzensprojekt RPlus aus vollster Überzeugung Flügel.

Übungen zur Balance mit Marlitt!

Positionsarbeit #2 nach Marlitt Wendt
Positionsarbeit #1 nach Marlitt Wendt
Seitengänge

AUTHOR: Conny Ranz & Marlitt Wendt