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RPlus | Ruhepositionen bei Pferden
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Schlaf ist lebenswichtig

 

Pferde schlafen zwar viel kürzer als wir, dennoch ist das Thema Schlaf für die Vitalität des Pferdes ebenso wichtig wie für uns Menschen. In den durchschnittlich knapp 3 Stunden Schlaf plus 2 Stunden Dösen pro Tag wechselt das Pferd zwischen verschiedenen Ruhe- und Liegepositionen ab. Die Unterschiede dieser Verhaltensweisen zu kennen kann ein Schlüssel dazu sein, Unwohlsein, Schmerzen oder gar Krankheiten frühzeitig zu erkennen. Denn nur gesunde Pferde ruhen in Gesellschaft anderer Pferde, legen sich für längere Phasen hin und strecken sich auch zwischen den anderen Pferden genüsslich aus. Das ausgeprägte Ruheverhalten jedes einzelnen Pferdes einer Gruppe gibt daher auch Aufschluss darüber wie es um die Harmonie innerhalb der Gruppe bestellt ist und ob es Anzeichen für Stress innerhalb der Gruppe oder gar für Mobbing einzelner Tiere gibt.

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Warum schlafen Pferde überhaupt?

 

Sämtliche Säugetiere und viele andere Tiere nutzen den Schlaf als biologische Ruhephase. Dabei hat der Schlaf sehr viele unterschiedliche Funktionen. Er spielt sowohl bei der körperlichen Regeneration, der Muskelentspannung, der Stressbewältigung und Alltagsverarbeitung als auch bei diversen Denkprozessen und der Erinnerungsbildung eine wichtige Rolle. All diese Aspekte finden in unterschiedlich tiefen Schlafphasen statt, die sich durch charakteristische Gehirnaktivität und das Vorhandensein oder Nicht-Vorhandensein von Traumsequenzen auszeichnen. Und all diese verschiedenen Phasen finden beim Pferd in den bereits erwähnten unterschiedlichen Ruhepositionen statt:

Ruhen im Stehen

Schildern beim Dösen

 

Pferde sind durch einen faszinierenden Haltemechanismus der Hinterhand aus Muskeln, Bändern und Sehnen in der Lage die Gelenke der Hinterbeine passiv festzustellen und so fast ermüdungsfrei mit sehr geringem Kraftaufwand nahezu ermüdungsfrei stehen zu können. Äußerlich erkennen können wir das Dösen im Stehen als eine Form des Ruheverhaltens durch das charakteristische Schildern, das Aufstellen eines Hinterhufs. Das Pferd schildert, indem es bei einem Bein nur die Hufspitze aufsetzt und das andere, das sogenannte Standbein dabei fixiert. Beim Dösen sind die Ohren meist schlaff seitlich getragen, die Augen halb geschlossen und das Kinn entspannt. Beim gesunden Pferd ruht wirklich nur die Spitze des Hufs auf dem Boden. Jegliche Abweichung der Hufposition beim Schildern kann auf gesundheitliche Probleme hindeuten. Die Kopf-/Halsposition ist ebenso charakteristisch. Ein gesundes Pferd ruht mit dem Kopf auf einer Höhe die erkennbar oberhalb der Widerristhöhe liegt. Jede dauerhaft niedrigere Kopfhaltung kann auf Krankheit, Alter oder Depressionen hindeuten. Beide Aspekte, die Veränderung vom Abstellen des Hinterhufs als auch die ungewöhnlich niedrige Kopfposition gelten als Frühmarker in der Gesundheitskontrolle.

Sternales Liegen

Ruhen in Brustlage

 

Schlummert ein Pferd ein wenig intensiver, so legt es sich zumeist in Brustlage ab. Dies wird auch als sternales Liegen bezeichnet, da der Brustkorb quasi auf dem Brustbein, dem Sternum liegt. Die Beine ruhen dabei meist unter dem Körper, manchmal sind die Vorderbeine nach vorne gestreckt. Der Kopf wird häufig auf dem Boden aufgestützt. Der Muskeltonus ist in dieser Ruheposition ebenfalls eher schlaff, das Pferd schließt seine Augen von Zeit zu Zeit vollständig. Entspannte Pferdeherden ruhen häufig gemeinsam in der Gruppe. Einige Tiere liegen, andere dösen, einzelne stehen und grasen.

Laterales Liegen

Tiefschlaf in der Seitenlage

 

Die für die Vitalität so entscheidenden Tiefschlafphasen erreicht das Pferd in der Regel nur vollständig ausgestreckt in Seitenlage. Diese als laterale, also seitliche Liegeposition zeichnet sich dadurch aus, dass die Beine seitlich ausgestreckt sind, der Kopf seitlich am Boden ruht. Schläft ein Pferd tief und fest, so reagiert es kaum auf Außenreize. Es wacht nicht so leicht wieder auf als vergleichsweise etwa beim Schlummern. Oft geht die Muskelentspannung so weit, dass die Lippen oder das gesamte Maul leicht geöffnet sind, so dass die Zähne sichtbar sind. Träumt das Pferd, so kann es zu diversen auch stärkeren Bewegungen der Beine oder des Kopfes, der Ohren oder Augen kommen. In Seitenlage schnarchen Pferde durchaus häufig.

Viele ruhige Stunden wünsche ich euch, Marlitt

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Marlitt Wendt

 

 

Ich bin Verhaltensbiologin und eine Pionierin auf dem Gebiet des Trainings mit positiver Verstärkung für Pferde. Das was zunächst als private Leidenschaft begann, ist seit fast 20 Jahren meine Berufung. Ich habe meinen Traum verwirklicht und durfte mein Wissen und meine Erfahrung als Autorin in vielen Sachbüchern und Fachartikeln veröffentlichen und als Dozentin auf Seminaren im gesamten deutschsprachigen Raum in der Praxis umsetzen. RPlus ist nun die Quintessenz meiner bisherigen Arbeit. Mit RPlus als Idee, positive Verstärkung in ihrer Gesamtheit darzustellen und den Grundgedanken des Gebens wirklich zu leben, veröffentliche ich hier lerntheoretische Inspirationen, meine eigenen Ausbildungskonzepte und persönliche Einblicke in meine Pferdewelt.

Conny Ranz

 

 

Ich bin Pferdefotografin und Grenzgängerin. Mit meiner Kamera bewege ich mich zwischen den Welten. Zwischen Tier und Mensch, zwischen Traum und Realität. Pferde ihrer Natur entsprechend in ihrer ganzen Persönlichkeit zu zeigen, begeistert mich damals wie heute. Dazu bin ich unter anderem europaweit auf den Spuren der Wildpferde unterwegs. Diese Begegnungen erwecken stets den Mut zur Freiheit in mir. Mit meinen Bildern durfte ich bereits an einigen Buchprojekten namhafter Verlage sowie in diversen Pferdemagazinen mitwirken. Vor allem aber verleihe ich damit unserem gemeinsamen Herzensprojekt RPlus aus vollster Überzeugung Flügel.

AUTHOR: Conny Ranz & Marlitt Wendt