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RPlus | Rolle der Nullposition
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Die Bedeutung von Umwelteinflüssen auf das Training

 

Oft genug ist uns gar nicht bewusst wie viele Elemente letztlich einen Einfluss auf den Erfolg oder Misserfolg unseres Trainings haben. Viele Faktoren kann man bei geschickter Planung positiv beeinflussen und so die Wahrscheinlichkeit erhöhen das eigene Ziel zu erreichen. Einige wenige typische Umwelteinflüsse, die dem eigenen Trainingserfolg im Weg stehen können, möchten wir hier einmal genauer beleuchten:

Hunger

 

Hunger lässt jeden von uns unkonzentriert und manchmal auch gereizt erscheinen, darin unterscheiden wir uns kaum von unseren Pferden. Pferde, die ihrem Bedürfnis zur kontinuierlichen Nahrungsaufnahme nicht nachkommen können oder aber zu wenig Rauhfutter erhalten, leiden oft von uns unbemerkt an einem latenten Hungergefühl. Dieses Hungergefühl führt zu Stress und kann damit zu vielen verschiedenen Problemfeldern wie etwa Unhöflichkeit im Training, Betteln oder gierigem Schnappen nach der Futterhand führen. Abhilfe schafft langfristig gesehen ein ausgewogenes Ernährungskonzept für das Pferd, kurzfristig betrachtet kann es sinnvoll sein, dem Pferd vor dem Training mit unserem Futterlob eine Portion Heu zu füttern und es auch in Trainingspausen grasen zu lassen.

Entfernung zu anderen Herdenmitgliedern

 

Pferde sind Herdentiere, das ist wohl jedem klar. Viele von uns sind sich allerdings nicht darüber bewusst, wie wichtig der Kontakt und zumindest der Sichtkontakt zu anderen Pferden ist. Manche Pferde fühlen sich nur so sicher und müssen sich erst langsam an ein Training allein mit dem Menschen gewöhnen. Viel leichter tun sie sich wenn andere, befreundete Pferde beim Training anwesend sind. Es lässt sich aber leider nur selten bei jedem von uns räumlich einrichten, dass alle anderen Herdenmitglieder uns bei jeder Trainingssession als Zuschauer begleiten. Erste Schritte im Training oder die Gewöhnung an neue Umweltreize können wir daher in einem abgegrenzten Bereich auf der Weide oder im Paddock einführen. So mindern wir den sozialen Stress für unser Pferd, welcher immer als potentieller negativer Einflussfaktor unser Training begleitet.

Tageszeit

 

Jedes Pferd hat seinen ganz eigenen Tagesablauf, abhängig von den Haltungsbedingungen, den übrigen Herdenmitgliedern und vielen anderen Faktoren. Es ist wichtig, den charakteristischen Tagesablauf des eigenen Pferdes gut zu kennen um zu wissen, wann beispielsweise normalerweise alle Pferde Kraftfutter erhalten oder auf eine neue Koppel gelassen werden. Solche Zeitpunkte fördern die innere Unruhe des Pferdes und sind nicht gerade ideal ein neues Verhalten zu erlernen. Wir holen unser Pferd immer aus einer ganz bestimmten Phase seines Tagesablaufs ab und sind dann mit den individuellen Stimmungen des Tieres konfrontiert. Mal sind sie dann nach der letzten Mahlzeit satt und zufrieden, mal stören wir sie bei ihrer geplanten Mittagsruhe, oder ihr Fokus liegt auf dem abendlichen Weidegang wenn wir sie zum Reitplatz wegführen möchten. Manche vermeintliche Laune des Pferdes lässt sich so viel besser mit unserem suboptimalen Zeitmanagement erklären.

Jahreszeit

 

Gerade ursprüngliche Ponyrassen versetzen ihren Körper im Winter in eine Art Ruhemodus. Sie halten zwar keinen Winterschlaf, fahren aber ihren Stoffwechsel herunter und sind dann quasi im Energiesparmodus unterwegs. Diese Jahreszeit ist also je nach Pferdetyp nicht unbedingt ideal um ein intensives Aufbautraining zu starten. Alle Pferderassen haben ihre ganz eigene persönliche klimatische Komfortzone, welche sich an den von ihnen gezeigten Verhaltensweisen ablesen lässt. Wir sollten daher bei unserem Training immer bedenken, ob etwa bei 25 Grad und Sonnenschein unser Pferd von seiner Veranlagung her gerne im vollen Galopp an der Longe läuft oder ob bei diesen Temperaturen eher ruhige Bodenarbeit bevorzugt wird. Wenn wir ihre Alltagsaktivitäten beobachten können wir sehr schnell ihr Wohlfühlklima erkennen, bei dem sie etwa energiegeladen sind, sich entspannt auf Aufgaben fokussieren können oder eher neugierig und unternehmungslustig sind.

Ausrüstungsgegenstände

 

Alle Objekt die man an ein Pferd heranführt haben einen emotionalen Wert für das Tier oder werden im Laufe eines Lernvorganges mit positiven oder negativen Empfindungen verknüpft. Sehr viele Ausrüstungsgegenstände haben einen eher negativen Einfluss auf den Lernerfolg. Sei es, weil sie dem Pferd vielleicht nicht optimal passen, oder aber weil das Tier eine negative Lernhistorie mit dem Gegenstand verbindet. Manchmal ist es daher gut andere, „unbelastete“ Ausrüstungsgegenstände zu verwenden und etwa über ein neues Halfter oder einen anderen Sattel nachzudenken, bevor mit dem eigentlichen Training begonnen wird. Wir können versuchen den Grad der Sympathie für einen bestimmte Ausrüstung an unserem Pferd zu identifizieren: Im optimalen Falle wird sich das Pferd beim Anblick des Sattels aufmerksam und entspannt präsentieren. Zeigen sich jedoch Anzeichen von einem erhöhten Muskeltonus oder wird die Kaumuskulatur sichtbar angespannt, so können wir daraus schließen, dass unser Pferd mit diesem Teil unserer Ausrüstung bisher eher negative Erfahrungen gemacht hat.

Alles Liebe, Marlitt

Marlitt Wendt

 

 

Ich bin Verhaltensbiologin und eine Pionierin auf dem Gebiet des Trainings mit positiver Verstärkung für Pferde. Das was zunächst als private Leidenschaft begann, ist seit fast 20 Jahren meine Berufung. Ich habe meinen Traum verwirklicht und durfte mein Wissen und meine Erfahrung als Autorin in vielen Sachbüchern und Fachartikeln veröffentlichen und als Dozentin auf Seminaren im gesamten deutschsprachigen Raum in der Praxis umsetzen. RPlus ist nun die Quintessenz meiner bisherigen Arbeit. Mit RPlus als Idee, positive Verstärkung in ihrer Gesamtheit darzustellen und den Grundgedanken des Gebens wirklich zu leben, veröffentliche ich hier lerntheoretische Inspirationen, meine eigenen Ausbildungskonzepte und persönliche Einblicke in meine Pferdewelt.

Conny Ranz

 

 

Ich bin Pferdefotografin und Grenzgängerin. Mit meiner Kamera bewege ich mich zwischen den Welten. Zwischen Tier und Mensch, zwischen Traum und Realität. Pferde ihrer Natur entsprechend in ihrer ganzen Persönlichkeit zu zeigen, begeistert mich damals wie heute. Dazu bin ich unter anderem europaweit auf den Spuren der Wildpferde unterwegs. Diese Begegnungen erwecken stets den Mut zur Freiheit in mir. Mit meinen Bildern durfte ich bereits an einigen Buchprojekten namhafter Verlage sowie in diversen Pferdemagazinen mitwirken. Vor allem aber verleihe ich damit unserem gemeinsamen Herzensprojekt RPlus aus vollster Überzeugung Flügel.

AUTHOR: Conny & Marlitt