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RPlus | Stichwort: Belohnungshistorie
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Nie die Basis vergessen

 

Wir Menschen sind im Training sehr oft darauf fokussiert was wir für Lektionen und Ziele erreichen wollen, also welche Endergebnisse wir uns bei der Arbeit mit dem Pferd vorstellen. Darüber vergessen wir oft sowohl die Nullposition, also sozusagen die Startposition aus der heraus das Pferd ein Verhalten zeigen soll, als auch das beteiligte mitschwingende Verhalten, was wir direkt mittrainieren sollten. Stellt man sich das Training einer bestimmten Verhaltensweise vor, so denkt der ungeübte Clickertrainer oft an die Kette: Signal – Verhalten – Click – Belohnung, dann eventuell wieder von vorne. Aber das Fragment, welches wir in einer Trainingssession einüben möchten, schwebt ja nicht im luftleeren Raum, sondern ist immer eingebettet in eine ganze Symphonie von Verhaltenselementen.

Die Realität ist komplexer

 

In der Praxis hilft uns diese vereinfachte Darstellung jedoch nur bedingt weiter. Sie übergeht, dass wir ja eigentlich meist einmal das eine Verhalten abrufen wollen und dann aber wieder ein anderes zwischendurch. Ein Beispiel: Wenn wir am Spanischen Schritt arbeiten möchten, reicht es nicht, das Signal zu geben, die korrekte Ausführung zu clicken und zu belohnen und dieses zu wiederholen. Wir müssen genauso viel Zeit dafür aufwenden, in diesem Setting das normale, gelassene Schrittgehen neben uns weiter zu fördern. Sonst wird das Pferd schnell nicht mehr „abzuschalten“ sein. Warum? Ganz einfach, weil es rein rechnerisch mehr Belohnungen für das gewünschte Verhalten, hier den Spanischen Schritt, erhalten hat als für das simple ruhige Folgen. Es lohnt sich nun aus Sicht der Pferdelogik mehr die Lektion zu präsentieren, als mitzugehen. Eine je nach Lektion sehr ungünstige Ausgangslage.

Ruhe!

 

Daher ist es im Sinne von RPlus essenziell die Basis nicht zu vernachlässigen, sondern alle im Alltag benötigten Basis-Verhaltensweisen, wie etwa das ruhig Stehen, in allen Gangarten führen lassen oder das rückwärts Gehen immer weiter zu üben und zu hochverstärkten Verhaltensweisen zu machen, die jederzeit, auch wenn das Pferd aufgeregt oder abgelenkt ist, abrufbar sind. Sich immer wieder vergegenwärtigen wie hoch die Belohnungshistorie (also wie viele Belohnungen es in der Vergangenheit für eine bestimmte Verhaltensweise gegeben hat) des einen Verhaltens im Vergleich zu einem anderen ist, kann uns dabei helfen zu erkennen, wo genau Trainingsbedarf besteht. Aus Erfahrung können wir sagen: Meist fehlt es an der geduldigen Basisarbeit, bevor überhaupt an schwierigere Lektionen gedacht werden kann, denn allzu oft ist unser Fokus so eng auf unser Ziel eingestellt, dass wir die gesamte Landschaft an Verhaltensweisen überhaupt nicht wahrnehmen, die dabei an uns vorbeizieht.

Marlitt Wendt & Conny Ranz

AUTHOR: Conny & Marlitt