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RPlus | Rolle der Nullposition
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Trick 17a/0815

 

Targets in allen Varianten sind ein essentielles Hilfsmittel im positiven Pferdetraining, wie etwa stationäre, mobile oder Körpertargets. Eine besondere Rolle kommt dabei dem Target-Stick zu, gewissermaßen unser verlängerter Zeigefinger in verschiedener Ausführung. Bewährt haben sich dabei alle länglichen Zeigestäbe, wie z.B. eine Fliegenklatsche oder ein Stab mit aufgesetztem Tennisball. Der Targetstick ist sozusagen der moralische Gegenentwurf zur Gerte, das Pferd lernt im Trainingsprozess sich ihm mit einem Körperteil anzunähern, also letztlich ihm zu folgen oder ihn zu berühren, während das Pferd in der druckbasierten Ausbildung immer der Gerte ausweicht. Wir erzeugen also im Gegensatz zum traditionellen Pferdetraining eine Sogwirkung und setzen nicht auf das Konzept Druck machen und Druck nachlassen mithilfe der Gerte. Damit das problemlos funktioniert und für das Pferd eine angenehme Lernerfahrung darstellt, ist es wichtig, sich mit der sanften Macht des Target-Handlings auseinanderzusetzen.

Target in der Hand halten

 

Den Target-Stick in der Hand zu halten ist eine Kunst für sich. Er liegt am besten mit seinem Griff ruhig in der Handfläche. Wichtig ist dabei, dass, wenn ein mechanischer Clicker genutzt werden soll, dieser zwar auf dem Griff liegt, dabei aber getrennt vom Stick zwischen den Fingern geführt wird. Man sollte jederzeit den Stick bewegen können, ohne aus Versehen den Clicker zu betätigen. Dazu kommt, dass so eine Hand zum Füttern frei bleibt, was sich in der Praxis auch als sehr praktisch erwiesen hat. Es gibt auch die Möglichkeit den Clicker mit einem Targetstick zu kombinieren und daraus quasi ein Werkzeug zu formen, aber aus diesem Kompromiss entstehen oft neue Probleme, wenn man etwa das Target weniger frei bewegen kann um noch präzise den Clicker betätigen zu können.

Target ein- und wieder ausschalten

 

Bei unerfahrenen Pferd-Mensch-Teams bietet es sich an, sich von Beginn an vorzustellen, dass das Pferd die als Ziel abgesetzte Seite des Sticks nur dann berühren soll, wenn der Targetstick „aktiv“ ist. Dazu definieren wir eine Nullposition, in der wir das Pferd nicht clicken und belohnen, wenn es den Stick berührt, sondern für das ruhig neben uns verharren und markern immer dann die Target-Berührung, wenn wir den Stick in Position gebracht haben. Wichtig ist dabei auch, den Stick immer sofort nach dem Click und während des Fütterns wieder in die Nullposition sinken zu lassen z.B. parallel zum eigenen Bein und ihn erst dann wieder zu heben, wenn das Pferd ihn erneut berühren soll.

Sich der Macht des Targets bewusst sein

 

Hat unser Pferd die verlockende Macht des Targets einmal richtig verstanden, bedeutet das für uns jedoch dass wir den Einsatz und die Handhabung noch genauer überdenken und kontrollieren müssen. Wenn wir nämlich mit dem Targetstick wie mit dem Stock eines Dirigenten beschwingt in der Gegend umherwedeln wird das Pferd sofort versuchen diese planlosen Bewegungen zu interpretieren und mit vermeintlich passenden Verhaltensweisen zu beantworten. Dies sollten wir daher immer im Hinterkopf behalten, wenn wir unseren Targetstick einmal „angeschaltet also scharfgemacht haben“ wird unser Pferd an diesem magischen Objekt mit seinen Blicken kleben und seinen Arbeitsmodus aktivieren.

Marlitt Wendt & Conny Ranz

AUTHOR: Conny & Marlitt