q
Welcome to moose theme.
Enter any text or widget here.
RPlus | Blicktarget nach Marlitt Wendt
Video und Artikel zum Blicktarget nach Marlitt Wendt
Marlitt Wendt Conny Ranz Pferdsein RPlus R+ Clickertraining clicker training Clicker Clickern Positives Pferdetraining Positive Verstärkung Pferdeverhalten Pferde-Ethologie Pferdeethologie Equine ethology Native horses Shaping Target Pferdetraining empowered equestrians Wildpferde positive reinforcement Blicktarget Zirkuslektionen Bodenarbeit
363078
post-template-default,single,single-post,postid-363078,single-format-standard,eltd-cpt-1.0,ajax_leftright,page_not_loaded,,moose-ver-2.1, vertical_menu_with_scroll,smooth_scroll,side_menu_slide_with_content,width_370,blog_installed,wpb-js-composer js-comp-ver-5.5.2,vc_responsive

Seitengänge mit positiver Verstärkung

 

Sämtliche klassischen Seitengänge haben einen hohen gymnastizierenden Wert -wenn sie denn korrekt ausgeführt werden. Und das ist oft gar nicht so einfach, da es sehr viele Aspekte zu beachten gibt. Das Kruppeherein oder Travers bildet da keine Ausnahme. Der Travers ist eine Vorwärts-Seitwärts-Bewegung, bei der das Pferd in Bewegungsrichtung gestellt und gebogen ist. Es tritt dabei mit den Hinterbeinen vom Hufschlag weg in einem ca. 30 grad Winkel zur Bande. Wichtig bei der Lektion ist nicht nur die korrekte Stellung und Biegung, sondern auch der weiterhin gehaltene Takt, die Vorwärtstendenz und der sich daraus entwickelnde erhöhte Versammlungsgrad durch das vermehrte Untersetzen des Hinterbeins. Wir sehen hier im Video eine Unterrichtssequenz aus einem meiner Seminare mit Lea und dem Islandpferd Yri:

Die Vorhand führt!

 

Ein wichtiger Grundsatz für den Travers und die sich daraus entwickelnde Traversale ist der Grundsatz der führenden Vorhand. Das bedeutet, dass ein Schieben mit der Kruppe oder eine zu starke Abstellung nicht erwünscht ist. Genau das geschieht sehr häufig, wenn das Pferd noch nicht bereit ist unter den Schwerpunkt zu treten, sondern daran vorbei tritt.

Füttern in Position

 

Bei meiner Arbeit ist es essentiell immer nach dem Click die Belohnung wirklich sehr präzise in Position zu geben. Sich dafür Zeit zu lassen genau hinzuschauen, wie stark die Abstellung und Biegung eigentlich in einer bestimmten Momentaufnahme im Idealfall sein müsste, um dem Pferd die nötige Hilfestellung zu geben sich immer wieder neu auszurichten und in einer doch anstrengenden Position kurz innezuhalten. Dabei achten wir wie Lea im Video immer darauf, dass das Pferd weder zu eng im Genick wird noch sich im Genick verwirft und den Kopf schräg hält. Nach und nach wird die Stellung so immer selbstverständlicher und kann leichter eingenommen werden und in der Folge auch im Seitengang gehalten werden. Beim Füttern hat man dann auch Gelegenheit den Blick schweifen zu lassen um zu überprüfen, ob die Beine des Pferdes tatsächlich in Travers-Position auf drei oder vier Hufschlägen zum Stehen gekommen sind.

Die Beine folgen der Hüfte

 

Was ist damit gemeint? Für mich ist das gerade für die erste Erarbeitung der Grundform wichtig sich zu vergegenwärtigen, dass die Travers-Bewegung aus dem Rumpf kommt und aus einer Verlagerung des Beckens entsteht. Zu Beginn achte ich daher nicht etwa auf das Seitwärts-Setzen der Hinterbeine, sondern auf die Bewegung der Kruppe. Dafür stelle ich mir ein unsichtbares Target vor. Ich gehe wie Lea im Video rückwärts neben dem Pferd, in etwa auf Kopfhöhe. Dann verlagere ich meine dem Pferd abgewandte Schulter etwas nach hinten um die Hüfte des Pferdes in meine Richtung einzuladen. Der leere Raum zwischen Pferd und Mensch vergrößert sich so optisch. Ich stelle mir diesen entstehenden leeren Raum als ein unsichtbares Target vor und clicke das Pferd, wenn es mein gedachtes Target mit der Hüfte berührt. Es geht also nicht um eine riesige Bewegung, sondern um eine Nuance einer Bewegung. Das Ziel dabei ist die sukzessive Verschiebung des Versammlungsgrades, das vermehrte Absenken der Hinterhand. Das Pferd tritt dadurch nach und nach immer gezielter mit dem äußeren Hinterbein in die Richtung des inneren Vorderbeins.

Balance entsteht

 

Schön im Video zu beobachten ist der Prozess der Gewichtsverlagerung und der damit verbundenen Balanceverschiebung. Yri steht im Video in der Fütterposition nach dem Click sehr häufig völlig ausbalanciert auf allen vier Beinen und das total mühelos ohne auf eine Schulter zu fallen, einen Ausfallschritt zu machen oder ein Hinterbein zu entlasten. Geschlossenes Stehen ist ein Ergebnis welches bei dieser Art der Arbeit im Verlauf des Trainingsprozesses von selbst entsteht. Es wird also nicht in irgend einer Form forciert, sondern als Indikator für korrektes Arbeiten verstanden. Aus dem geschlossenen Halten wird dann bei jedem neuen Versuch auch ein versammelter Beginn des Travers möglich, bei dem das Pferd nicht auf die innere Schulter fällt, überstellt ist oder eilig wird, sondern in Balance bleibt. Ein bereits im Schritt hoher Schwierigkeitsgrad.

Von einzelnen Schritten auf die Strecke

 

Unerlässlich ist es beim Üben zunächst wirklich nur isolierte Schritte abzufragen. Zunächst sogar nur die Hüftbewegung zu clicken ohne die Bewegung und das Ganze wirklich in ihre Bestandteile zu gliedern und die Komponenten einzeln zu shapen und in den Vordergrund treten zu lassen. Erst wenn einzelne Schritte gelungen sind kann man wie im Video gezeigt mehr Schritte hintereinander abfragen, den Hufschlag als Orientierung verlassen oder gar eine Traversale quer durch die Bahn versuchen. Der regelmäßige Handwechsel macht das Pferd dabei geschmeidiger und reduziert die Händigkeit des Pferdes enorm.

Bleibt schön geschmeidig unterwegs, eure Marlitt

Durch deine Spende lebt RPlus

Liebe Leserin, lieber Leser!

Unsere Fach-Artikel und Videos stehen allen Interessierten zur freien Verfügung. Allerdings erfordert das alles im Hintergrund viel Arbeit, Organisation und auch viel Geld. Deshalb benötigen wir eure finanzielle Unterstützung um weiterhin unsere Vision im Sinne der Pferde in die Welt hinauszutragen. Unterstützt uns deshalb jetzt mit einer einmaligen Spende oder richtet ein monatliches, freiwilliges Abo auf unserer Seite ein. Danke! Marlitt und Conny

Marlitt Wendt

 

Ich bin Verhaltensbiologin und eine Pionierin auf dem Gebiet des Trainings mit positiver Verstärkung für Pferde. Das was zunächst als private Leidenschaft begann, ist seit fast 20 Jahren meine Berufung. Ich habe meinen Traum verwirklicht und durfte mein Wissen und meine Erfahrung als Autorin in vielen Sachbüchern und Fachartikeln veröffentlichen und als Dozentin auf Seminaren im gesamten deutschsprachigen Raum in der Praxis umsetzen. RPlus ist nun die Quintessenz meiner bisherigen Arbeit. Mit RPlus als Idee, positive Verstärkung in ihrer Gesamtheit darzustellen und den Grundgedanken des Gebens wirklich zu leben, veröffentliche ich hier lerntheoretische Inspirationen, meine eigenen Ausbildungskonzepte und persönliche Einblicke in meine Pferdewelt.

Conny Ranz

 

Ich bin Pferdefotografin und Grenzgängerin. Mit meiner Kamera bewege ich mich zwischen den Welten. Zwischen Tier und Mensch, zwischen Traum und Realität. Pferde ihrer Natur entsprechend in ihrer ganzen Persönlichkeit zu zeigen, begeistert mich damals wie heute. Dazu bin ich unter anderem europaweit auf den Spuren der Wildpferde unterwegs. Diese Begegnungen erwecken stets den Mut zur Freiheit in mir. Mit meinen Bildern durfte ich bereits an einigen Buchprojekten namhafter Verlage sowie in diversen Pferdemagazinen mitwirken. Vor allem aber verleihe ich damit unserem gemeinsamen Herzensprojekt RPlus aus vollster Überzeugung Flügel.

AUTHOR: Conny Ranz & Marlitt Wendt