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RPlus | Rolle der Nullposition
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Ehrlicher Blick aufs eigene Training

 

Ketzerische Frage: Habe ich eine Lektion wirklich ehrlich erarbeitet oder handelt es sich bei näherer Betrachtung doch eher um eine Variante des Bettelns oder gar des Drohverhaltens? Hat das Pferd wirklich Spaß an der Kommunikation mit dem Menschen? Interagiert es mit mir? Oder zeigt es eher Freude am eigenen Handeln, an seinen eigenen Bewegungsideen? Oder ist es gar hauptsächlich auf die Belohnung fokussiert, achtet nicht wirklich auf unser Signal und spult das Verhalten dann so schnell wie möglich ab?

Einfach abgespult ist nicht das Ziel

 

Letztlich soll sich unser Pferd langfristig gesehen durch unser Training besser zurechtfinden, es soll wirklich verstehen, welches Verhalten wann und in welcher Form gerade passend ist. Darüber hinaus soll es die trainierten Verhaltensweisen bewusst durchführen und dabei körperlich und mental in der Lage sein, die an sie gestellten Anforderungen erfüllen zu können. Einfaches Abspulen ohne jegliche wechselseitige Kommunikation ist dabei nicht das Ziel des positiven Pferdetrainings. Wie oft passiert es den Clickerbegeisterten, dass wir uns von der Aufgeregtheit und dem Enthusiasmus des Tieres treiben lassen, wir clicken und belohnen dann viele kleine aus dem Kontext gerissene Verhaltensweisen, ohne tatsächlich danach gefragt zu haben.

Wenn wir den Fokus verlieren

 

Pferde merken sehr schnell wenn wir Menschen scheinbar ohne Plan und fahrig agieren, sie übernehmen dann gerne die Initiative und fluten unsere Aufmerksamkeit mit einem Feuerwerk an Ideen. Dieses Überangebot an dargebotenen Lektionen verleitet uns dazu komplett unreflektiert das Gesamtverhalten zu belohnen, wobei unser Pferd dabei vornehmlich lernt „welche Knöpfe es bei uns drücken muss“ um einen Belohnungseffekt zu generieren. Nur aus dem Verständnis für unser gemeinsames Ziel heraus ist das Pferd in der Lage sich zu konzentrieren und aktiv am Trainingsprozess teilzuhaben.

Signalkontrolle schafft Klarheit

 

Eindeutige Signale helfen dem Pferd sich im Training zu orientieren. Sie geben Informationen darüber, was als nächstes kommt und was genau ihnen die ein oder andere Belohnung verspricht. Um diese Funktion wirklich auszufüllen, sollten Trainingssituationen eindeutig gestaltet werden und nicht wahllos vom zufälligen Einfangen irgendwelcher Verhaltensweisen hin zu den unterschiedlichsten gerade einmal ein wenig beherrschten Tricks gewechselt werden.

Genau hinsehen – Stressmimik

 

Auch wenn wir dabei der Meinung sind im Modus des capturings also des Einfangens von Verhaltenselementen zu arbeiten, so dürfen wir nicht wahllos alle angebotenen Handlungen des Tieres belohnen. Wir begeben uns nämlich in eine eskalierende Bestätigungsspirale, in der das Pferd immer aufgedrehter versucht unsere Aufmerksamkeit zu gewinnen und wir dabei hingerissen von dem Ideenreichtum des Tieres sogar eindeutig unhöfliche Tendenzen honorieren. Die Mimik des Pferdes kann uns dabei Hinweise darauf geben, in welcher Stimmung sich ein Pferd während des Trainings befindet. Ob es freudig und konzentriert mitarbeitet, oder aber gestresst oder gar aggressiv handelt. Sowohl Pferde wie auch wir Menschen reagieren unbewusst mit Stressanzeichen, wenn wir uns in einer unübersichtlichen Situation wiederfinden in der unsere Handlungen zu unerwarteten Reaktionen führen.

Marlitt Wendt & Conny Ranz

AUTHOR: Conny & Marlitt