q
Welcome to moose theme.
Enter any text or widget here.
RPlus | Der weiche Blick
353948
post-template-default,single,single-post,postid-353948,single-format-standard,eltd-cpt-1.0,ajax_leftright,page_not_loaded,,moose-ver-2.1, vertical_menu_with_scroll,smooth_scroll,side_menu_slide_with_content,width_370,blog_installed,wpb-js-composer js-comp-ver-5.5.2,vc_responsive
A vision of freedom

Blickkontakt in der Freiarbeit

 

Ein für mich wichtiger Faktor für mehr Harmonie und die Verbindung zum Pferd bei der freien Bodenarbeit ist die Technik des weichen Blicks. Wir können unseren Blick auf verschiedene Arten auf das Pferd oder unsere Umgebung richten: Entweder fokussierend und direkt oder aber weich und umherschweifend. Beide Varianten können sich, je nachdem was wir im Pferdetraining erreichen möchten, gegenseitig ergänzen aber auch negativ beeinflussen. Ich persönlich arbeite die meiste Zeit im Training mit dem weichem Blick und nur mit dem direkten Fokus, wenn ich etwa ein neues Signal gebe oder aber meine Aufmerksamkeit auf ein ganz bestimmtes Körperteil des Pferdes richten möchte. Der fokussierte Blick überträgt wesentlich stärker und intensiver Energie und Informationen an das Pferd und das kann sowohl Fluch aber auch Segen bedeuten.

Das Pferd unter dem Brennglas

 

Legen wir ein Blatt Papier in die Sonne, so reflektiert es einfach das Sonnenlicht, wird ein bisschen warm und erscheint strahlend weiß. Halten wir jedoch ein Brennglas darüber, so bündeln wir das weiche Sonnenlicht und fokussieren das Licht mit dieser Sammellinse. Es fällt nun konzentriert auf einen winzigen Punkt und das Papier beginnt sich durch die hohe Energie zu erhitzen bis es in Brand gerät. Diese Vorstellung hilft auch im Vergleich mit unserer eigenen Blickintensität.

Die Macht des Blickes

 

Fokussieren wir einen bestimmten Punkt am Pferd, so bündeln wir unsere gesamte Aufmerksamkeit auf diesen einen Fleck. Unser Blick kann daher auch wie ein Brennglas wirken und dem Pferd klar umrissen den Fokus unseres Willens kommunizieren. Lässt man dagegen den Blick schweifen, so verteilen wir die Energie unserer Aufmerksamkeit über den gesamten Körper des Pferdes. Den bewussten Einsatz des weichen Blicks kann man lernen, es ist quasi der entspannte Ausgangszustand unserer Augen. Wir verwenden ihn in der Regel auch wenn wir im Wald spazieren gehen oder aber eine erholsame Fahrradtour auf dem Land machen. Daran zu denken, wie man die Natur als Ganzes auf sich wirken lässt, hilft oft dabei im Zustand des weichen Blicks zu bleiben. Konzentriert man sich dagegen zu stark, so verengt man oft auch die Aufmerksamkeit zum Tunnelblick. Dies passiert besonders oft wenn wir eine bestimmte Lernhürde unbedingt überwinden wollen. Unbewusst fixieren wir dann die „mögliche Fehlerquelle“ wie etwa das Vorderbein oder die Aufrichtung des Halses und übermitteln durch diesen verstärkten Fokus sofort unser Stressempfinden, unseren Erfolgsdruck an das Pferd.

Marlitt Wendt & Conny Ranz

AUTHOR: Conny & Marlitt