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RPlus | Gedanken zur Signalkontrolle
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Warum ist sie wichtig?

 

Signalkontrolle ist ein vielschichtiges Thema im positiven Pferdetraining. Damit ist gemeint, dass wir uns bemühen, unserem Pferd zu verdeutlichen, welches Signal für welches Verhalten steht und wann dieses Verhalten von uns gewünscht wird und wann nicht. Die Arbeit an der Signalkontrolle ist damit so etwas wie Vokabeln lernen. Das Pferd lernt im Trainingsprozess ein Verhalten, eine Bewegung oder eine Tätigkeit, die dann mit einem ganz bestimmten Signal also etwa einer Bezeichnung belegt wird. Nach und nach kündigen wir also dem Pferd über dieses Signal an, welches Verhalten wir uns von ihm wünschen.

Und warum funktioniert das?

 

Es funktioniert im Prinzip, weil es selbst zu einem positiven Verstärker wird. Das Signal wird letztlich zur Ankündigung einer Belohnung. Wir Menschen haben in einem ähnlichen Prozess auch bestimmte „Vokabeln“ verinnerlicht, die wir mit etwas Positiven verbinden, so kündigen die abstrakten Signale Feierabend, Abendbrot oder Urlaub für uns etwas Angenehmes in der Zukunft an. Diese Vokabeln oder Signale werden aber auch schon selbst als positiv empfunden, man könnte fast sagen dass Urlaub zu dem Lieblingswort eines jeden von uns geworden ist. Auch das Pferd kennt solche Lieblingsvokabeln denn diese Signale sagen ihm: „Wenn Du jetzt genau dieses Verhalten zeigst, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass Du dafür belohnt wirst“. Das Signal gibt also dem Pferd genaue Informationen:

Welches Verhalten ist gerade gefragt?

Wann genau ist es gewünscht?

In welcher Stärke der Ausführung soll ich es zeigen?

Auf die Voraussetzungen achten

 

Das Pferd lernt so welches Verhalten wann eine Belohnung auslöst und unter welchen Bedingungen. Dazu ist es von unserer Seite wichtig diese Voraussetzungen klar und verständlich zu vermitteln. In kleinen Schritten, einem möglichst überschaubaren Aufbau der Trainingssituation, so dass fehlerfreies Lernen möglich wird und mit einer angemessenen Belohnungsrate honoriert werden kann.

Signale reduzieren Stress

 

Weiß ein Pferd ziemlich genau, welches Verhalten wann gefragt ist, hat es einen sehr klaren und deutlichen Rahmen, indem es sich bewegen kann. Das reduziert Stress. Es muss nicht jedes Mal neu herausfinden, was denn diesmal von uns verrückten Menschen gewünscht wird, sondern kann sich auf ein bereits gelerntes Signal verlassen. Damit sinkt das Stress-Level und die Möglichkeit zur Entspannung steigt deutlich. Gute Signale sind eindeutig und wiedererkennbar. Es gibt immer die Kombination: Ein ganz eng definiertes Zeichen steht für ein ganz bestimmtes Verhalten des Pferdes. Wenn das Zeichen nicht gegeben wird, dann besteht nach der grundsätzlichen Trainingsphase für das Pferd keine Aussicht auf eine Belohnung.

Ist eine 100 %ige Signalkontrolle möglich und wünschenswert?

 

Signalkontrolle ist ein ständiger Prozess. Es bedeutet Training und viele Wiederholungen bis ein Verhalten wirklich zuverlässig auf Signal hin ausgeführt (aktive Signalkontrolle) und vor allem auch bei Nichtvorhandensein des Signals nicht gezeigt wird (passive Signalkontrolle). Das für alle möglichen Verhaltensweisen zeitlich zu erreichen wird vermutlich ein Traum bleiben. Gerade auch wenn es um Kreativität, Eigeninitiative und Bewegungsenergie des Pferdes geht, ist eine vollständige Signalkontrolle meist auch gar nicht wirklich sinnvoll. Da ein einmal trainiertes Signal dem Pferd vorgibt eine Verhaltensweise immer gleich, quasi stereotyp ablaufen zu lassen, ist eine strenge Signalkontrolle immer dann hinderlich, wenn das Pferd sich selbst einbringen darf und Bewegungen direkt aus einer Situation heraus mal enger mal weiter gefasst entstehen sollen.

Marlitt Wendt & Conny Ranz

AUTHOR: Conny & Marlitt