q
Welcome to moose theme.
Enter any text or widget here.
RPlus | Freiarbeit entdecken – Video 2
354230
post-template-default,single,single-post,postid-354230,single-format-standard,eltd-cpt-1.0,ajax_leftright,page_not_loaded,,moose-ver-2.1, vertical_menu_with_scroll,smooth_scroll,side_menu_slide_with_content,width_370,blog_installed,wpb-js-composer js-comp-ver-5.5.2,vc_responsive

Bewegungsfreude wiederfinden

 

Weiter geht es mit der Wiederentdeckung der eigenen Bewegungsfreude im Seminar mit Lea und ihrer Vollblutaraberstute Salima, die nach Fohlengeburt und Mutterzeit eher energielos war und nicht wie früher in der Freiarbeit enthusiastisch aufgegangen ist. Diese Begeisterung an dem freien Bewegungsspiel möchten wir wieder entfachen, indem wir uns behutsam auf Salimas Vorlieben eingestellt und sie so Schritt für Schritt abgeholt haben in ihrer ursprünglichen Fröhlichkeit im gemeinsamen Dialog unserer Bewegungen.

Untertitel auf Deutsch und Englisch verfügbar

A vision of freedom

Wechsel zwischen Versammlung und Tempo

 

Freiarbeit funktioniert über einen häufigen Wechsel im Bewegungsmuster und der Bewegungsqualität. Es ist für Mensch und Tier sehr anstrengend längere Zeiträume in immer derselben Haltung zu verbleiben. Motivierender und auch für den Muskelaufbau effektiver ist es zwischen unterschiedlichen Bewegungsformen zu wechseln. Der Wechsel zwischen Versammlung und Verstärkung, also zwischen Kontraktion und Dehnung bringt dabei sowohl auf der emotionalen Ebene als auch auf der muskulären Ebene enorme Vorteile. Viele unterschiedliche Emotionen werden dadurch angesprochen, ebenso wie unterschiedliche Muskelpartien aktiviert werden. Salima ist natürlich sehr weit ausgebildet, so kann sie zwischen freien piaffeartigen Tritten hin zur Trabverstärkung oder gar in den Galopp locker hin und her wechseln und zurück.

Wenn ich renne, dann gebe ich Vollgas

 

Um ein Pferd anzuregen sich selbst zu motivieren und in eine energiereichere Bewegungsform zu finden ist es oft hilfreich, die mentale Handbremse im Kopf loszulassen. Wenn ich also möchte dass mein Pferd Power entwickelt, dann hilft meine eigene Power dabei. Ich sprinte also wie Lea im Video wirklich los und denke nicht daran ob das Pferd mir wohl folgen wird oder nicht, sondern versuche mit meiner Konzentration bei mir und meinem eigenen Tempo zu bleiben.

Versammlung entstehen lassen

 

Ebenso wie das Finden der eigenen Schnelligkeit ist auch das Thema Versammlung eines, welches man in sich selbst finden kann. Hankenbeugung wie Salima sie im Video so schön zeigt kann nicht herausgequetscht werden, sie entsteht aus einem gut entwickelten Körpergefühl von ganz allein.

Bewegungen zum Schwingen bringen

 

Bei der Freiarbeit geht es nicht nur um den Wechsel zwischen Ruhe und Energie, es geht auch darum Bewegungsqualität zu entwickeln und zu verbessern. Die unterschiedlichen Bewegungsmuster erfordern mal mehr mal weniger die Fähigkeit zum Schwingen in den Gelenken. Je schwieriger die Lektion, desto mehr Elastizität erfordert sie in der Regel. Salima zeigt uns beispielsweise in der Passage wie anmutig alle ihre Gelenke schwingen. Sie schafft es diese Geschmeidigkeit durch ihren gesamten Körper fließen zu lassen und aus dieser Schwingung heraus entsteht die Energie und Beweglichkeit für ein hohes Steigen.

Unsere mentale Bremse

 

Oft genug sind wir selbst es, die eine energievolle Bewegung des Pferdes mit unserem mentalen Bremsen verhindern. Wir versetzen unseren eigenen Körper zu wenig ins Schwingen, kommen nicht aus uns heraus und eröffnen so keinen Raum für einen Austausch unserer Bewegungsenergie. Lea zeigt im Video den Idealfall eines Bewegungsdialoges. Sie ist selbst zentriert und geerdet, wenn es um Ruhe, Entspannung und Versammlung geht und begleitet Salimas schnelleren Bewegungen mit ihren eigenen fließenden, schwingenden Regungen. Damit das überhaupt möglich ist, kann es nötig sein, dass man sich selbst immer wieder zu mehr Bewegungsübungen motivieren sollte. Wer seine eigene Bewegungsfreude aus sich herauslässt und seine Emotionen in Bewegungen übertragen kann, der wird auch sein bewegliches, freudiges Pferd leichter motivieren können.

Energie in Bahnen lenken

 

Natürlich soll all diese Energiearbeit mit Fingerspitzengefühl geschehen. Es kann leicht passieren, dass man im eigenen Übereifer über das Ziel hinaus schießt und der Energielevel zu hoch wird und das Pferd dabei Stress empfindet. Salima zeigt im Video in einigen Sequenzen Kopfschlagen oder auch Schweifschlagen, beides mögliche Stress-Symptome. Deshalb ist es wichtig wie Lea immer darauf zu achten eine emotionale Balance herzustellen. Es geht nicht darum das Pferd immer mehr aufzuregen um immer spektakulärere Bewegungsmuster zu erhalten, sondern darum eine gemeinsame Harmonie zu entwickeln.

Immer wieder Ruhe einkehren lassen

 

Salima zeigt immer auch nach aufregenderen Momenten sofort eine deutliche Ruhe, sie kann Futter ruhig nehmen, sie kann direkt auch nach einem hohen Steigen ruhig stehen und sich direkt entspannen. Das sind grundlegende Aspekte, die für unsere gemeinsame Freiarbeit die Basis bilden. Denn können wir dieses Balance zwischen Ruhe und Energie nicht sanft in die gewünschte Richtung lenken, so sollten wir unsere eigene Rolle im Trainingsgeschehen selbstkritisch hinterfragen. Es sollte in jeder Sekunde des Trainings möglich sein, gewissermaßen den Energieregler zu betätigen. Sowohl in Richtung „mehr Energie und Power“ als auch genauso in Richtung „mehr Ruhe und Entspannung“. Arbeitet man zu viel an nur einem der beiden Pole, so entsteht ein Ungleichgewicht im Training und es kann passieren, dass die Harmonie nicht mehr gegeben ist. Priorität in meiner Arbeit hat die innere Ruhe – erst aus der Ruhe entsteht die Bewegungsenergie und nicht umgekehrt.

Marlitt Wendt & Conny Ranz

AUTHOR: Conny & Marlitt