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RPlus | Rolle der Nullposition
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Methodenmix vermeiden

 

Ich habe schon einige Male darauf hingewiesen, dass man im Pferdetraining möglichst vermeiden sollte, verschiedene Methoden mit unterschiedlicher Trainingsphilosophie und Herangehensweise in derserselben Trainingseinheit direkt miteinander zu vermischen. Es ist z.B. nicht im Sinne der positiven Verstärkung, wenn man zunächst Druck macht, um diesen dann,wenn das Pferd richtig reagiert, nachzulassen und das korrekte Verhalten dann zu clicken und zu belohnen. Sicher kann das ein möglicher Einstieg in eine neue Trainingsform sein. Sein wahres Potential entfaltet das Clickertraining jedoch erst, wenn das Pferd wirklich lernt selbstständig zu agieren und mit Freude aus freien Stücken zu handeln.

Wissenschaftlich erwiesene Gründe, die gegen eine Kombination sprechen

Nach und nach können sich beide Vorgehensweisen abschwächen. Druck wird nicht mehr als so negativ empfunden, da er mit der Belohnung kombiniert wird, die Belohnung verliert immer mehr an Wert, da das Pferd verunsichert wird. Die Folge ist, dass immer mehr Druck bzw. immer höherwertige Belohnungen nötig werden, um einen Lernerfolg zu ermöglichen.

Verwendet man sowohl Belohnungen als auch Druckstufen im Training ist es oftmals schwierig herauszufinden, welche der Methoden eigentlich den Hauptverstärker darstellt. Handelt das Pferd also überwiegend, weil es Druckstufen vermeiden will oder strebt es nach einer Belohnung? Oft belügen wir uns selbst und denken wir arbeiten mit positiver Verstärkung, während wir die Belohnungen leider tatsächlich nur „draufsatteln“ und der Hauptverstärker weiterhin ein anderer bleibt. Will man herausfinden, wie viel im Training tatsächlich positiv verstärkt ist, sollte man auf so viele Ausrüstungsgegenstände wie möglich verzichten. Wann immer man den Impuls verspürt den Führstrick zu straffen, die Gerte zu bewegen oder ein Signal verstärken zu wollen, sollte man innehalten und nachdenken, ob es hier um die Verwendung von Druckstufen geht, unabhängig davon wie minimal sie auch sein mögen.

In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu erwähnen, dass das charakteristische aktive Hirnarreal beim Clickertraining im Idealfall Dopamin ausschüttet. Dieses versetzt das Pferd vereinfacht gesagt in eine positive Stimmung. Ist das Pferd im positiven Pferdetraining sehr erfahren, so wird das Dopamin auch ohne Anwesenheit der tatsächlichen Belohnungen ausgeschüttet. Empfindet das Pferd nun durch die Anwesenheit von negativen Reizen Stress, so wird die „glücklichmachende“ Dopaminausschüttung durch das Stresshormon Adrenalin stark gehemmt. Es kommt dann zu typischen Stressreaktionen im Clickertraining wie Schnappen, „herumzappeln“ oder unkonzentriertem Verhalten. In der Summe wird so aus einem positiven Plus (Dopamin) und einem negativen Minus (Adrenalin) eine negative Lernerfahrung (Minus) entstehen. Je stärker der angewendete Druck, je unsicherer das Pferd oder je unklarer die Belohnungskriterien im Allgemeinen sind, desto mehr Adrenalin wird ausgeschüttet und desto unangenehmer wird das Pferd die gemeinsame Arbeit wahrnehmen.

Daraus ergibt sich das Fazit

 

Bei Einbeziehung von Druckstufen kann im neurobiologischen Sinne kein Belohnungslernen stattfinden – denn die damit beteiligten Botenstoffe im Gehirn des Pferdes hemmen sich gegenseitig und verhindern so die Aktivierung des Belohnungszentrums (Nucleus accumbens).

Immer wieder von Neuem hinschauen

 

Niemand von uns ist perfekt und sicher kann man im Alltag nicht immer ausschließen, dass es zu negativ empfundenen Reizen für das Pferd kommt. Manchmal bewertet ein Pferd schon eine nett gemeinte Berührung negativ oder es läuft in das straffe Führseil. Legt man jedoch den bewussten Fokus auf die positive Verstärkung, so wird jedes Tier mit gelegentlichen minimalen Misserfolgen zurechtkommen. Man sollte sich nur immer die eigenen Handlungen bewusst machen, das bedeutet wie empfindet mein Pferd die Trainingssituation. Entscheidend sind nämlich nicht unsere guten Absichten oder unsere angestrebten Ziele, sondern viel mehr ob unser Pferd diese Situationen als eine positiv Erfahrung verinnerlichen mögen.

Im Herzen wissen wir, was sich richtig anfühlt, Marlitt

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Marlitt Wendt

 

 

Ich bin Verhaltensbiologin und eine Pionierin auf dem Gebiet des Trainings mit positiver Verstärkung für Pferde. Das was zunächst als private Leidenschaft begann, ist seit fast 20 Jahren meine Berufung. Ich habe meinen Traum verwirklicht und durfte mein Wissen und meine Erfahrung als Autorin in vielen Sachbüchern und Fachartikeln veröffentlichen und als Dozentin auf Seminaren im gesamten deutschsprachigen Raum in der Praxis umsetzen. RPlus ist nun die Quintessenz meiner bisherigen Arbeit. Mit RPlus als Idee, positive Verstärkung in ihrer Gesamtheit darzustellen und den Grundgedanken des Gebens wirklich zu leben, veröffentliche ich hier lerntheoretische Inspirationen, meine eigenen Ausbildungskonzepte und persönliche Einblicke in meine Pferdewelt.

Conny Ranz

 

 

Ich bin Pferdefotografin und Grenzgängerin. Mit meiner Kamera bewege ich mich zwischen den Welten. Zwischen Tier und Mensch, zwischen Traum und Realität. Pferde ihrer Natur entsprechend in ihrer ganzen Persönlichkeit zu zeigen, begeistert mich damals wie heute. Dazu bin ich unter anderem europaweit auf den Spuren der Wildpferde unterwegs. Diese Begegnungen erwecken stets den Mut zur Freiheit in mir. Mit meinen Bildern durfte ich bereits an einigen Buchprojekten namhafter Verlage sowie in diversen Pferdemagazinen mitwirken. Vor allem aber verleihe ich damit unserem gemeinsamen Herzensprojekt RPlus aus vollster Überzeugung Flügel.

AUTHOR: Conny Ranz & Marlitt Wendt