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RPlus | Blicktarget nach Marlitt Wendt
Video und Artikel zum Blicktarget nach Marlitt Wendt
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Futterübergabe in Bewegung

 

Ein essentielles Thema im Clickertraining ist und bleibt die Futterbelohnung. Da das Futter als primärer Verstärker fungiert, richtet sich das Verhalten des Pferdes bzw. sein Trainingsfortschritt trotz vorausgehendem Markersignal immer auch nach der Genauigkeit der Futterübergabe. Eine gute Fütterungstechnik ist daher eine der Grundfertigkeiten, die einen guten Trainer ausmacht. Im folgenden Video sehen wir Quarter Horse Moon und seinen Lieblingsmenschen Mirjam. Die beiden zeigen wie eine geschickte Futterübergabe in Bewegung die Dynamik und Geschwindigkeit beflügeln kann.

Untertitel auf Deutsch verfügbar

Faustregel #1

Fütterungsgeschwindigkeit und Dynamik hängen zusammen

 

Je schneller das Futter nach dem Click im Maul des Pferdes verschwindet, desto stärker wird die Dynamik erhöht. Schnell heißt allerdings nicht hektisch. Es gehört eine große Portion an Geschick und Konzentration dazu so schnell und gleichzeitig gelassen wie Mirjam hier im Video am Futterpunkt zu sein. Gerade auch die Futterübergabe soll dabei sanft und zärtlich erfolgen. Pferde mögen es nicht, wenn man ihnen beim Füttern gegen die Zähne schlägt oder aber ihre Lippen unsanft berührt. Daher ist es wichtig eine geschickte Futtergabe immer wieder zu üben. Ungeschicktes oder grobes Füttern verursacht selbst bei der Gabe der beliebtesten Leckerlis auf Dauer Stress und Unbehagen bei den Pferden. Erhöht man die Dynamik auf diesem Wege, so werden die meisten Pferde wie Moon hier im Video von sich aus antraben oder gar galoppieren. Möchte man diese schnelleren Gangarten nun ins Training integrieren, so würde man das ebenfalls wie hier clicken und so langfristig unter Signalkontrolle bringen.

Faustregel #2

Die Futterposition beeinflusst die Kopfhaltung

 

Moon zeigt zu Beginn des Videos eine extrem tiefe Kopfhaltung. Er schreitet mit der Nase fast am Boden und orientiert sich an den am Boden liegenden Standgen. Dabei fällt er naturgemäß stark auf die Vorhand, der gymnastizierende Effekt ist nicht gegeben. Möchte man diese Haltung sanft modellieren, so bietet es sich an auch die Futterposition zu überdenken. Wir können das Pferd beiläufig aufrichten und ihm eine Idee für eine andere Kopfhaltung mitgeben, indem wir es in einer höheren, korrekten Kopfposition füttern.

Faustregel #3

Lernverhalten beeinflusst den Trainingsverlauf

 

Je nachdem ob das Pferd im Clickertraining schon sehr fortgeschritten ist, ob es eher bewusst oder aber unbewusst und beiläufig lernen soll, wird unsere Wahl der Trainingsmethode etwas unterschiedlich ausfallen. Der Click markert als Signal das korrekte Verhalten und gibt uns die Möglichkeit sehr präzise zu arbeiten. Gleichzeitig kann es da aber auch passieren, dass wir sehr schnell eigene Fehler mit einbauen können. Beiläufiges Füttern ist wesentlich unpräziser, dafür aber oft weniger fehleranfällig. Für mich persönlich ist es ein langfristiges Arbeitsziel, dass meine Pferde beide Versionen kennen: Click und Futter und „einfach so“ Futter im richtigen Augenblick.

Faustregel #4

Feed for Position

 

Je nach Größe des Pferdes, Körperbau, Aufrichtung und Ausbildungsstand ist die ideale Position der Hand bei der Futterübergabe unterschiedlich. Am einfachsten für sich selbst zu merken, ist es, wenn man sich während der Futterübergabe an dem entstandenen Winkel des eigenen Oberarms zum Unterarm orientiert. Ist etwa unser Ellbogen bei der Fütterung stärker gebeugt, weil wir den Kopf etwas höher füttern/stellen möchten, so bildet dieser Winkel den Ausgangspunkt für spätere Modifikation an unserer Fütterungshöhe. Achtet man präzise darauf, so kann man wie schon in der Positionsarbeit im Stand beginnen, die Gesamthaltung des Pferdes zu beeinflussen. Beispielsweise können wir so die Oberlinie stärken, ein besseres Untersetzen forcieren oder aber darauf achten, dass der Unterhals locker bleibt. Kurzgesagt: Wir füttern das Pferd immer schöner!

Exkurs – Gut zu wissen

Größenverhältnis Pferd/Mensch

 

Meist macht man sich ja um das Größenverhältnis zwischen Pferd und Mensch nur beim Reiten Gedanken, wenn man darüber nachdenkt, ob die Beinlänge wohl gut zur Gurtentiefe des Pferdes passt, oder aber der eigene Hintern im Sattel ausreichend Platz hat. Man muss allerdings auch bei der Bodenarbeit mit positiver Verstärkung bedenken, dass die Futterübergabe eh schon eine komplexe Handlung ist, die in korrekter Haltung und Position viel Übung und Konzentration benötigt. Kommt nun ein zur eigenen Körpergröße sehr „unpassendes“ Pferd dazu, wird es umso anstrengender werden. Wenn ich mit meinen 1,60 neben einem Shire-Horse gehe, wird mir das ebenso bewusst, wie meiner Freundin Alina mit ihren 1,85 neben einem Mini-Shetty. Als Faustregel ist es für die Arbeit mit Futter aus meiner Sicht immer dann am einfachsten, wenn der eigene Ober- und Unterarm bei der Futterübergabe einen rechten Winkel im Ellenbogen bilden kann. So wird der Arm weder überstreckt noch zu stark gebeugt. Wer Schwierigkeiten mit der Arbeit mit Futterpunkten oder aber mit der Positionsarbeit oder aber allgemein bei der Arbeit mit Futter hat, sollte sich eine Gelegenheit suchen, die einzelnen Handgriffe mit einem Pferd zu üben, welches möglichst erfahren ist, aber auch eine Idealgröße für den eigenen Körper hat. Erst danach empfiehlt es sich für den noch unerfahrenen Clickerenthusiasten mit ungewöhnlich großen oder extrem kleinen Pferden zu arbeiten.

Viel Spaß beim Umsetzen, Marlitt

Marlitt Wendt

 

 

Ich bin Verhaltensbiologin und eine Pionierin auf dem Gebiet des Trainings mit positiver Verstärkung für Pferde. Das was zunächst als private Leidenschaft begann, ist seit fast 20 Jahren meine Berufung. Ich habe meinen Traum verwirklicht und durfte mein Wissen und meine Erfahrung als Autorin in vielen Sachbüchern und Fachartikeln veröffentlichen und als Dozentin auf Seminaren im gesamten deutschsprachigen Raum in der Praxis umsetzen. RPlus ist nun die Quintessenz meiner bisherigen Arbeit. Mit RPlus als Idee, positive Verstärkung in ihrer Gesamtheit darzustellen und den Grundgedanken des Gebens wirklich zu leben, veröffentliche ich hier lerntheoretische Inspirationen, meine eigenen Ausbildungskonzepte und persönliche Einblicke in meine Pferdewelt.

Conny Ranz

 

 

Ich bin Pferdefotografin und Grenzgängerin. Mit meiner Kamera bewege ich mich zwischen den Welten. Zwischen Tier und Mensch, zwischen Traum und Realität. Pferde ihrer Natur entsprechend in ihrer ganzen Persönlichkeit zu zeigen, begeistert mich damals wie heute. Dazu bin ich unter anderem europaweit auf den Spuren der Wildpferde unterwegs. Diese Begegnungen erwecken stets den Mut zur Freiheit in mir. Mit meinen Bildern durfte ich bereits an einigen Buchprojekten namhafter Verlage sowie in diversen Pferdemagazinen mitwirken. Vor allem aber verleihe ich damit unserem gemeinsamen Herzensprojekt RPlus aus vollster Überzeugung Flügel.

AUTHOR: Conny & Marlitt