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RPlus | Rolle der Nullposition
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Aus der Sicht der Pferde

 

Wie auch beim Menschen ist „Klugheit“ bzw. Intelligenz ein sehr schwierig zu definierender Begriff, der sehr viele Facetten umfasst. Niemand – ob Pferd oder Mensch – ist nur klug oder nur dumm. Jede*r hat bestimmte Talente, also Leistungsbereiche in denen er*sie glänzen kann und in anderen weniger. Daher ist es schwierig einen allgemeingültigen Intelligenzquotienten zu bestimmen. Manchmal erscheinen uns Pferde weniger intelligent, weil sie vielleicht in einem von uns Menschen gewünschten Gebiet wie im Erlernen neuer Aufgaben langsam sind. Dagegen glänzen diese Pferde vielleicht in ihrem Erinnerungsvermögen. Um also die Intelligenz als Solches beurteilen zu können, müssen immer sehr viele Bereiche der kognitiven Fähigkeiten abgedeckt werden.

Pferdeintelligenz beurteilen?

 

Die typischen Parameter nach denen die Intelligenz von Pferden beurteilt wird sind z.B. die Neugierde und damit Offenheit für ungewohnte Situationen oder Aufgaben, das Erinnerungsvermögen, also das Kurz- und Langzeitgedächtnis, die Aufnahmekapazität, also wie komplex gestellte Aufgaben sein können, die allgemeine Konzentrationsfähigkeit, also die Fähigkeit des Pferdes sich auf eine Aufgabe zu fokussieren, die Lerngeschwindigkeit, die Kreativität oder auch soziale Fähigkeiten.

Erinnerungsvermögen

 

Letztlich sind Pferde in ihrem Denken maßgeblich von ihren Gefühlen geleitet, sie streben nach dem was sich gut anfühlt und meiden, was sich schlecht anfühlt. Dabei erinnern sie besondere Ereignisse sehr intensiv und teilweise über Jahrzehnte. Das Pferdegehirn gehört zu den durchaus differenzierten, leistungsstarken Gehirnen im Tierreich. Besonders der Bereich für das Körpergefühl, für Stimmungen und für Wahrnehmungen ist sehr gut ausgeprägt. Mit besonders starken Empfindungen verknüpfte Ereignisse, egal ob positive oder negative, vergessen Pferde nie. Sie können natürlich über erneute Erfahrungen neue Erinnerungen sammeln, die eine einmaliges Ereignis überdecken, aber komplett vergessen tun sie es nie. Pferde haben gerade in Bezug auf Menschen, Artgenoss*innen, bekannte Orte, ein sehr gutes Gedächtnis. Sie erkennen Freund*innen ob Menschen oder andere Pferde über Jahrzehnte wieder und erinnern sich an bestimmte Orte, wie etwa Wasserstellen oder Futterplätze.

Gedächtnis

 

In Paniksituationen, also bei extremen Stress schaltet der Körper des Pferdes sozusagen auf ein Fight- or Flight – Notprogramm um. Das logische Denken mit Bedacht, ist durch das ausgeschüttete Adrenalin komplett abgeschaltet, das Pferd agiert im Sekundenbruchteil ohne die Situation wirklich zu erfassen. Menschen können ihr Denken und Handeln willentlich steuern und die Gründe ihrer Handlungen reflektieren. Sie sind sich jedenfalls ein Stück weit ihrer Persönlichkeit, ihrer Stellung in der Gemeinschaft oder ihrer Stärken und Schwächen bewusst. Diese Ebenen wissen wir vom Pferd noch nicht, es spricht allerdings vieles dafür, dass diese Fähigkeiten schwächer ausgebildet sind als beim Menschen. Dafür scheint insbesondere das Langzeitgedächtnis mindestens so gut wie das des Menschen zu sein.

Pferde haben immer recht

 

Pferde können „wenn – dann“ -Konsequenzen immer dann durchschauen, wenn sie in einem sehr engen zeitlichen Zusammenhang stehen. Das Leckerli nach der Reitstunde kann das Pferd nicht mit einer gelungenen Traversale in Bezug setzen (das könnte ein Mensch in einem ähnlich gestalteten Versuch allerdings auch nicht). Ein Lob oder eine Belohnung hat immer dann einen Einfluss auf das Pferd und wird von ihm direkt verstanden, wenn es gleichzeitig oder spätestens 2 Sekunden nach dem erwünschten Ereignis erfolgt. Nicht jeder Lernvorgang ist ein reiner Konditionierungsprozess, aber es gibt kaum einen Moment im Leben, in dem keine Konditionierungseffekte wirken. Daher ist es letztlich nicht voneinander zu trennen. Erfahrene Pferde handeln auf der einen Seite aufgrund ihrer Konditionierung, auf der anderen Seite aber immer auch der Situation entsprechend eigenständig.

Handeln ohne Berechnung

 

Pferde handeln immer aus ihrem Erfahrungshorizont heraus richtig, sie berechnen ihr Tun nicht wie wir Menschen, sie handeln entsprechend ihrer eigenen Gefühlslage und versuchen nicht ihr Gegenüber aktiv zu verändern. Wer akzeptiert, dass Pferde in ihrem Wesen anders als Menschen sind, aber dabei nicht weniger wertvoll, der kann in vielen Situationen nachempfinden, dass diesen Tieren sehr viel Leid angetan wird.

Seht ihr das nicht auch so? Marlitt

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Marlitt Wendt

 

 

Ich bin Verhaltensbiologin und eine Pionierin auf dem Gebiet des Trainings mit positiver Verstärkung für Pferde. Das was zunächst als private Leidenschaft begann, ist seit fast 20 Jahren meine Berufung. Ich habe meinen Traum verwirklicht und durfte mein Wissen und meine Erfahrung als Autorin in vielen Sachbüchern und Fachartikeln veröffentlichen und als Dozentin auf Seminaren im gesamten deutschsprachigen Raum in der Praxis umsetzen. RPlus ist nun die Quintessenz meiner bisherigen Arbeit. Mit RPlus als Idee, positive Verstärkung in ihrer Gesamtheit darzustellen und den Grundgedanken des Gebens wirklich zu leben, veröffentliche ich hier lerntheoretische Inspirationen, meine eigenen Ausbildungskonzepte und persönliche Einblicke in meine Pferdewelt.

Conny Ranz

 

 

Ich bin Pferdefotografin und Grenzgängerin. Mit meiner Kamera bewege ich mich zwischen den Welten. Zwischen Tier und Mensch, zwischen Traum und Realität. Pferde ihrer Natur entsprechend in ihrer ganzen Persönlichkeit zu zeigen, begeistert mich damals wie heute. Dazu bin ich unter anderem europaweit auf den Spuren der Wildpferde unterwegs. Diese Begegnungen erwecken stets den Mut zur Freiheit in mir. Mit meinen Bildern durfte ich bereits an einigen Buchprojekten namhafter Verlage sowie in diversen Pferdemagazinen mitwirken. Vor allem aber verleihe ich damit unserem gemeinsamen Herzensprojekt RPlus aus vollster Überzeugung Flügel.

AUTHOR: Conny Ranz & Marlitt Wendt