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RPlus | Blicktarget nach Marlitt Wendt
Video und Artikel zum Blicktarget nach Marlitt Wendt
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Der Nachfolger des Stangenquadrats

 

Ein großer Bereich für die Gesunderhaltung unserer vierbeinigen Partner ist ja immer die reine körperliche Fitness der Pferde. Als Einstieg arbeitet wir im Clickertraining oft an eher statischen Übungen im Stand. Daher ist es wichtig immer mehr Übungen in Bewegung dazu zu nehmen und so mehr Bewegungsfreude und Kondition zu erarbeiten. Nach unserem erfolgreichen Start mit dem Stangenquadrat eignet sich hier besonders der erweiterte Stangenkreis. Andrea zeigt uns hier im Video mit ihrem Araberwallach Walesco, wie man so mehr Bewegungsfreude entwickeln kann.

Untertitel auf Deutsch verfügbar

Freiwillig in die Bewegungen

 

Bei der traditionellen Arbeit an der Longe wird das Pferd ja mittels Druck-Erhöhung und Druck-Nachlassen bei flotter Reaktion in die Bewegung getrieben. Wollen wir nun das Konzept der positiven Verstärkung auch bei Bewegungsübungen einsetzen, so braucht es zunächst etwas Ideenreichtum auf unserer Seite, schnelle Reaktionen mit dem Markersignal und eine geschickte Wahl der Futterpunkte. Zunächst wollen wir also das Konzept „Mensch innen – Pferd außen“ vom Stangenquadrat auf einen größeren Kreis übertragen. Dazu legen wir als optische Orientierung mehr Stangen auf den Boden, so dass ein Zirkel entsteht. Zunächst clicken und belohnen wir das Pferd also einfach für das neu zu erlernende Laufmuster.

Noch mehr Bewegung herauskitzeln

 

Erst als zweiten Schritt gehen wir dazu über nach dem Click das Futter nicht mehr direkt am Ort des Clicks zu überreichen, sondern wir laufen schnell ein Stück nach vorne und überreichen das Leckerli erst etwas später auf der Kreisbahn des Pferdes. Wie weit dieser Futterpunkt vom Clickpunkt entfernt sein kann, richtet sich nach dem Ausbildungsstand des Pferdes und nach dessen individuellen Frustrationstoleranz. Reicht man das Futter erst sehr viel später, so wird das Pferd leicht in Stress geraten, daher muss man sich dem optimalen Futterpunkt mit Bedacht nähern. Er soll das Pferd zwar zum schnelleren Ortswechsel anregen, aber sich nicht wie eine zeitliche Durststrecke anfühlen die Frustration und Stress erzeugt. Dadurch, dass man selbst im kleineren Kreis innen agiert, kann man die Strecke abkürzen und so schneller am Futterpunkt sein als das Pferd. Die meisten Pferde beginnen bei einer solchen Vorgehensweise den Trab selbstständig anzubieten.

Eigene Bewegungsimpulse des Pferdes markern

 

Ein Tipp für mehr Dynamik und Bewegungsfreude ist das zielgerichtete Clicken der eigenständigen Bewegung des Pferdes nach dem Füttern. Also nicht wie beim Longieren immer direkt auffordern doch bitte loszugehen, sondern mal abwarten und dann clicken, wenn das Pferd selbst auf den Gedanken kommt loszugehen. So entsteht mehr Eigeninitiative und unser vierbeiniger Trainingspartner merkt, dass ja schon die Bewegung an sich für die ersehnte Belohnung steht.

Der Weg zum freien Longieren

 

Im Stangenkreis kann das Pferd lernen, was es später beim komplett freien Umrunden des Menschen braucht: Bewegungsfreude und Orientierung im Raum. So gehen wir dazu über uns mehr im Mittelpunkt des Kreises aufzuhalten, also den Weg zum nächsten Futterpunkt über die Mitte zu nehmen. So wird das Kriterium verändert, wir clicken nun beispielsweise für eine etwas längere im Trab zurückgelegte Strecke. Dadurch können wir Stück für Stück die Distanz erhöhen, die das Pferd für einen einzigen Click und damit für ein einziges Futterstück zurücklegt. Wichtig ist auch bei einer solchen Veränderung des Kriteriums die genaue Beachtung der Mimik und Körpersprache des Pferdes. Die Anforderungen sollten nur schleichend erhöht werden, dass es immer Aussicht auf Erfolg hat und nicht mutlos oder gestresst wird.

Grundprinzip fehlerfreies Lernen

 

 

Ein wichtiges Stichwort nicht nur beim freien Longieren, sondern ganz allgemein bei der Arbeit mit positiver Verstärkung ist das fehlerfreie Lernen. Jede Trainingssequenz sollte so gestaltet werden, dass unser Pferd möglichst gar keine Fehler machen kann. Das bedeutet, dass man selbst im Vorfeld eine genaue Vorstellung vom Trainingsumfeld und der Durchführung braucht. Manchen Pferdeliebhabern helfen dabei detaillierte Trainingspläne, anderen eher eine gedankliche Bewusstwerdung der vielen einzelnen Teilschritte ihres Projekts. Hierbei ist es auch auf keinen Fall trivial sich immer wieder zu vergegenwärtigen, dass jeder Trainingsschritt auch wirklich trainiert werden muss. Man sollte eben nicht gleichzeitig den Schwierigkeitsgrad auf mehreren Ebenen erhöhen, also an mehreren Kriterien gleichzeitig arbeiten, sondern sich immer für ein Kriterium zur Zeit entscheiden. Hier am Beispiel des Stangenkreises etwa zunächst die Laufrichtung erarbeiten, dann das Tempo erhöhen und erst später die Distanz erhöhen.

Umgang mit Fehlern

 

Fehler können natürlich jedem von uns passieren. Niemand kann in jeder Sekunde vorhersehen, was als nächstes passieren wird und ob ein Pferd beispielsweise kurz die Übung verlässt, weil etwas anderes spannender ist oder aber eine kleine Unachtsamkeit dazu führt, dass es über eine Stange in die Kreismitte tritt. Das ist völlig normal und überhaupt kein Problem. Wichtig ist nur, selbst ruhig zu bleiben, den Fehler zu bemerken, darüber zu lächeln, sich entspannen und einfach weitermachen. Damit keine unerwünschte Verhaltenskette entsteht und das Pferd meint, der Fehler gehört ab jetzt zum Programm, ist es wichtig ihm keine besondere Bedeutung zu verleihen – man bestätigt den Fehler sonst leicht aus Versehen mit. Besser ist es sich einfach neu einzufädeln, einige Sekunden das korrekte Verhalten zu beobachten und das dann wieder zu markern. Wir wollen weder eine vermehrte Aufmerksamkeit auf Fehler lenken noch unsere neu gewonnene Bewegungsfreude davon trüben lassen.

Alles Liebe für den Moment, Marlitt

Marlitt Wendt

 

 

Ich bin Verhaltensbiologin und eine Pionierin auf dem Gebiet des Trainings mit positiver Verstärkung für Pferde. Das was zunächst als private Leidenschaft begann, ist seit fast 20 Jahren meine Berufung. Ich habe meinen Traum verwirklicht und durfte mein Wissen und meine Erfahrung als Autorin in vielen Sachbüchern und Fachartikeln veröffentlichen und als Dozentin auf Seminaren im gesamten deutschsprachigen Raum in der Praxis umsetzen. RPlus ist nun die Quintessenz meiner bisherigen Arbeit. Mit RPlus als Idee, positive Verstärkung in ihrer Gesamtheit darzustellen und den Grundgedanken des Gebens wirklich zu leben, veröffentliche ich hier lerntheoretische Inspirationen, meine eigenen Ausbildungskonzepte und persönliche Einblicke in meine Pferdewelt.

Conny Ranz

 

 

Ich bin Pferdefotografin und Grenzgängerin. Mit meiner Kamera bewege ich mich zwischen den Welten. Zwischen Tier und Mensch, zwischen Traum und Realität. Pferde ihrer Natur entsprechend in ihrer ganzen Persönlichkeit zu zeigen, begeistert mich damals wie heute. Dazu bin ich unter anderem europaweit auf den Spuren der Wildpferde unterwegs. Diese Begegnungen erwecken stets den Mut zur Freiheit in mir. Mit meinen Bildern durfte ich bereits an einigen Buchprojekten namhafter Verlage sowie in diversen Pferdemagazinen mitwirken. Vor allem aber verleihe ich damit unserem gemeinsamen Herzensprojekt RPlus aus vollster Überzeugung Flügel.

AUTHOR: Conny Ranz & Marlitt Wendt