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RPlus | Persönlichkeiten im Pferdekleid
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Das Pferd kennen und verstehen

 

Unter dem Begriff „Persönlichkeit“ eines Pferdes verstehe ich zum einen die zeitlich immer wiederkehrenden, relativ stabilen Verhaltenstendenzen, zum anderen die auffälligen charakteristischen Wesenszüge und Handlungsbereitschaften. Vorherrschende Gemütsverfassungen, das Lernvermögen und die Stressbereitschaft runden das Bild der Persönlichkeit eines Pferdes ab. Die Persönlichkeit wird schon im Mutterleib angelegt, da zunächst einmal auch Wesenszüge von den Elterntieren vererbt werden. Auch die gesundheitliche und emotionale Verfassung der Mutterstute beeinflussen das ungeborene Fohlen. Die Schwere der Geburt und die ersten Stunden mit der Mutter prägen das Fohlen in seiner Persönlichkeit sehr stark. Eine schwere Geburt und eine ablehnende, gestresste Mutter sind naturgemäß schwierige Voraussetzungen für einen gesunden Start ins Pferdeleben. Die gesamte Fohlenzeit, die Prägungs- und Sozialisierungsphase beeinflusst die Persönlichkeit das ganze Leben. Viele der dort gemachten Erfahrungen sind irreversibel oder nur schwer durch Training zu beeinflussen.

Frühe Prägung

 

Daher sollte für eine optimale Lebenssituation von Beginn an Sorge getragen werden. Besonderen Einfluss auf das junge Pferd haben neben der Mutter auch die anderen Herdenmitglieder, besonders die Spielkamerad*innen in ähnlichem Alter. Einschneidende Erlebnisse wie das Absetzen von der Mutter, ein Wechsel der Herdenzusammensetzung, das spätere Anreiten oder auch ein Wettkampfbesuch beeinflussen die Persönlichkeit des Pferdes durch die dort gemachten Lernerfahrungen und Emotionen und den verspürten Stress.

Nature via nurture

 

Die Verhaltensbiologie sieht heute in der Persönlichkeitsentwicklung des Pferdes eine Summe aus angeborenen und erlernten Komponenten, die sich gegenseitig permanent bedingen und beeinflussen. Häufig ist auf ein angeborenes Verhaltenselement eine Verhaltensantwort eines anderen Pferdes abgestimmt, aus dessen Folgen unser Pferd lernt und seine Persönlichkeit variiert. Somit prägen sowohl die angeborenen als auch die erlernten Verhaltensmuster den Charakter eines Pferdes. Die Wissenschaft hat für diesen ausgewogenen Vorgang den Begriff „nature via nurture“ (Die Natur oder die Gene mit Hilfe der Umwelt/Erfahrung) geprägt, um den dualen Zusammenhang zu verdeutlichen.

Alle Haflinger sind…

 

Unterschiede innerhalb einer Rasse können häufig größer sein als zwischen Vertreter*innen unterschiedlicher Rassen. Dennoch gibt es genetische Komponenten, die z.B. Aggressivität oder Ängstlichkeit vorbestimmen. In bestimmten Zuchtlinie können solche grundlegenden Wesensmerkmale bewusst oder unbewusst verstärkt vorhanden sein. Daher gibt es schon gewisse Parallelen in der Persönlichkeit einzelner Rassevertreter. Rassen sind vom Menschen sowohl aufgrund von bestimmten, für die jeweilige Nutzung relevanten Körpermerkmalen als auch Charakterzügen entwickelt worden. So wird man für ein zukünftiges Rennpferd andere Prioritäten setzen und andere Elterntiere auswählen als für ein Wanderreitpferd. Mit seiner Wahl der Elterntiere und damit der Rassen beeinflusst der Mensch die Pferdepersönlichkeit entscheidend mit.

Wesen am Prüfstand

 

Die Wesenszüge eines Pferdes zeigen sich besonders deutlich in Stress-Situationen jeglicher Art. Dort wird die Frustrationstoleranz, die Reizschwelle und die Reaktion des Tieres besonders deutlich. Wenn das Pferd etwas Neues lernt können wir auch die Persönlichkeits- und Intelligenzmerkmale der Kreativität, der Auffassungsgabe und des Gedächtnisses beobachten. Gerade auch im Sozialverband mit anderen Pferden zeigt sich die Persönlichkeit eines Pferdes durch seine soziale Kompetenz und durch sein emotionales Verhalten. Die einzelnen Charakterzüge können ständig sowohl im Umgang mit dem Pferd als auch bei den Pferden untereinander beobachtet werden.

Das Pferd lesen lernen

 

Jedes Pferd verdeutlicht seine Gefühle und seine Persönlichkeit über seine Körpersprache. Dabei hilft dem*der menschlichen Betrachter*in das „Abscannen“ des gesamten Pferdekörpers und des Gesamteindrucks inklusive Lautäußerungen, Atmung oder Puls. Im Gesicht des Pferdes können die Merkmale der Mikro-Mimik zur Beurteilung der emotionalen Verfassung des Pferdes herangezogen werden, der Muskeltonus des Körpers gibt ebenso Aufschluss wie die gesamte Körper- und Schweifhaltung. Besonderes Augenmerk richtet man auf Calming Signals und auf überlagerte Ausdruckselemente. Für die Persönlichkeit charakteristische Elemente werden sich an dem betreffenden Pferd häufig wiederentdecken lassen.

Die Pferdepersönlichkeit im Training

 

Das Training muss sich bei jedem Pferd eng an der Persönlichkeit des Tieres orientieren. Gerade die Aufgabenstellung, die Pausen, die benötigt werden, und auch die Steigerung der Anforderungen werden von verschiedenen Pferdepersönlichkeiten unterschiedlich aufgenommen. Der gesamte Trainingsplan muss auf das Wesen des Pferdes abgestimmt sein. Einige Pferde benötigen sehr viel Ruhe und häufige Wiederholungen, um sich sicher zu fühlen und gut entwickeln zu können, während andere gerade häufig neue Lernerlebnisse brauchen, um sich nicht zu langweilen. Auch die Frustrationstoleranz und die Häufigkeit der nötigen Erfolgserlebnisse beeinflussen einen individuellen Trainingsplan.

Unser Einfluss als Mensch

 

Da wir Menschen uns ja nicht 24 Stunden am Tag mit unserem Pferd beschäftigen, entwickelt sich der Kern der Pferdepersönlichkeit unabhängig von uns. Dennoch kann man durch gezielte Lernsituationen das Wesen des Tieres beeinflussen. Dabei wird ein selbst unsicherer und unkoordinierter Mensch ohne logischen Trainingsplan sein Pferd eher verunsichern, als jemand der planvoll Defizite im Verhalten des Pferdes zu korrigieren versucht. Das Training kann sowohl positive Eigenschaften des Pferdes fördern als auch negative verstärken.

Und nun viel Freude beim Entdecken, Marlitt

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Marlitt Wendt

 

 

Ich bin Verhaltensbiologin und eine Pionierin auf dem Gebiet des Trainings mit positiver Verstärkung für Pferde. Das was zunächst als private Leidenschaft begann, ist seit fast 20 Jahren meine Berufung. Ich habe meinen Traum verwirklicht und durfte mein Wissen und meine Erfahrung als Autorin in vielen Sachbüchern und Fachartikeln veröffentlichen und als Dozentin auf Seminaren im gesamten deutschsprachigen Raum in der Praxis umsetzen. RPlus ist nun die Quintessenz meiner bisherigen Arbeit. Mit RPlus als Idee, positive Verstärkung in ihrer Gesamtheit darzustellen und den Grundgedanken des Gebens wirklich zu leben, veröffentliche ich hier lerntheoretische Inspirationen, meine eigenen Ausbildungskonzepte und persönliche Einblicke in meine Pferdewelt.

Conny Ranz

 

 

Ich bin Pferdefotografin und Grenzgängerin. Mit meiner Kamera bewege ich mich zwischen den Welten. Zwischen Tier und Mensch, zwischen Traum und Realität. Pferde ihrer Natur entsprechend in ihrer ganzen Persönlichkeit zu zeigen, begeistert mich damals wie heute. Dazu bin ich unter anderem europaweit auf den Spuren der Wildpferde unterwegs. Diese Begegnungen erwecken stets den Mut zur Freiheit in mir. Mit meinen Bildern durfte ich bereits an einigen Buchprojekten namhafter Verlage sowie in diversen Pferdemagazinen mitwirken. Vor allem aber verleihe ich damit unserem gemeinsamen Herzensprojekt RPlus aus vollster Überzeugung Flügel.

AUTHOR: Conny Ranz & Marlitt Wendt