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RPlus | Clickertraining für Pferde
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Spielerei oder ernstzunehmendes Ausbildungskonzept?

 

Bei dem Begriff Clickertraining denken die meisten Reiter*innen in erster Linie an kleine Tricks und Zirkuslektionen, in zweiter Linie oft genug an unhöfliche Pferde, die ständig auf der Suche nach einem Leckerli sind. Für viele scheint das leider der Inbegriff des Clickertrainings zu sein: Einfach nur eine Spielerei mit der man zwar nette Kunststückchen erarbeiten kann, man sich dann aber nicht wundern darf, wenn das Pferd plötzlich unkontrollierbar und verzogen reagiert. Die Kritiker*innen der Methode sehen sich zudem in ihrer Meinung immer wieder durch schlecht erzogene Pferde, die gerade mal Basisaufgaben lösen können und oft genug tatsächlich sehr unhöfliche Verhaltensweisen an den Tag legen, bestätigt.

Zwischen Wunsch und Wirklichkeit

 

Für die interessierten Anhänger*innen dieser Methode ist das Clickertraining eine Erleuchtung und die Erfüllung ihrer kühnsten Träume. Sie erfahren hier zum ersten Mal die Möglichkeit mit den Pferden in Kontakt treten zu können und gewaltfrei über Belohnungen mit ihnen zu kommunizieren. Wie so oft präsentiert sich die wahre Natur dieses Lernkonzepts irgendwo zwischen diesen beiden scheinbar widersprüchlichen Ansichten.

Machtvolles Instrument?

 

Damit das Clickertraining seine Rolle als ernstzunehmende Ausbildungsmethode ausspielen kann und typische Problemfelder vermieden werden können, ist wie bei jeglichem Umgang mit Pferden eine jahrelange Erfahrung vorteilhaft, aber vor allem muss insbesondere der Mensch sehr konzentriert an seinen eigenen Fertigkeiten als erfolgreiche*r Trainer*in arbeiten. Der Clicker ist ein machtvolles Werkzeug, richtig genutzt führt er die Anwendenden zu ungeahnten Erfolgserlebnissen, unbedacht oder unreflektiert angewendet wird diese Form der positiven Verstärkung jedoch schnell in einem Desaster enden.

Probleme erschaffen

 

Nicht nur, dass der erhoffte Erfolg ausbleibt, sondern es ergeben sich zudem oft genug unerwünschte Verhaltensweisen, welche bei traditionellen Ausbildungsmethoden eher unbekannt sind. Zu den selbstgemachten Problemen unerfahrener Clickertrainer*innen gehören sämtliche Formen der Futtergier, wie das Schnappen, in den Taschen wühlen oder den Menschen bedrängen, generelle Unruhe des Pferdes, ungefragtes Präsentieren der bereits erlernten Lektionen oder auch der erhöhte Erregungslevel im Training. Manche dieser Nebenwirkungen beginnen schleichend, andere zeigen sich sofort in ihrem gesamten Ausmaß.

Kein Vorankommen im Training

 

Die Verletzungsgefahr für die menschlichen Trainer*innen ist enorm, wenn ein übermäßig aufgeregtes Pferd unkontrolliert um den Menschen herum springt oder aber aus Futtergier nach ihm schnappt. Neben dem vorhandenen Gefahrenpotential ist es aber auch aus anderen Gründen wenig sinnvoll eine solch fahrlässig praktizierte Form des Clickertrainings weiterzuverfolgen: Zum einen wird man nie zum gewünschten Trainingserfolg kommen, wenn man seine Hausaufgaben nicht gemacht hat und Basiselemente übersprungen hat, zum anderen gerät das Pferd bei einer inkonsequenten Vorgehensweise sehr leicht in vermeidbaren Stress, der wiederum zu neuen Problemfeldern und zu allgemeinem Unwohlsein des Tieres führen kann.

Gute Clickerausbildung

 

Clickertraining ist in seinen Feinheiten nicht einfach zu erlernen, weder für das Pferd noch für den Menschen. Es gibt sehr viele Details deren Tragweite und Wichtigkeit sich dem Menschen oft erst nach einigen Monaten oder Jahren der Anwendung erschließen. Der verführerische Reiz liegt oft genug darin begründet, dass Anfangserfolge meist extrem leicht zu erlangen sind. Pferd und Mensch sind begeistert von ihrem neuen Werkzeug – dem Clicker – und die Leckerlis tun ihr übriges dazu, dass beide Seiten sehr motiviert immer neue Verhaltensweisen lernen.

Vom Leichten zum Schwierigen

 

Dabei beginnen die meisten Basisübungen mit einem sehr übersichtlichen Übungsaufbau und legen den Fokus auf Objekte mit denen das Pferd interagieren soll. Das Pferd soll etwa einen Target-Stick, also einen Stab mit einem vorne befestigen Ball, berühren oder bei einer anderen Anfangslektion eine Pylone umwerfen. Aus gutem Grund beginnt man meist auf diese Art und Weise: Die Aufgabenstellung ist rein physisch für das Pferd sehr einfach zu bewältigen, es gibt ein sichtbares Objekt nach dem sich beide Trainingspartner*innen richten können, die Übungseinheit ist in wenige Teilschritte zu unterteilen und der richtige Augenblick für den Click ist auch für Einsteiger*innen klar erkennbar.

Komplexe Bewegungsabläufe aufschlüsseln

 

Man clickt immer den exakten Moment der Kontaktaufnahme des Pferdemauls am Gegenstand. Diese leicht erlebbaren Anfangserfolge täuschen oft darüber hinweg, dass das Erarbeiten von Lektionen umso schwieriger wird, desto komplexer die Aufgabenstellung wird und wenn keine eindeutig erkennbaren Trainingsobjekte als Referenzpunkte vorhanden sind, sondern eben nur die subtile Verhaltensveränderung des Pferdes wahrgenommen und geclickt werden soll. Wer dem Pferd etwa einen wirklich ausdrucksstarken, gymnastizierend sinnvollen Spanischen Schritt beibringen möchte, der benötigt ein klares inneres Bild sämtlicher Teilschritte, die sich natürlich auch nach dem Körperbau und Bewegungsablauf des jeweiligen Pferdes richten. Man muss entscheiden können ob es sinnvoller ist, erst einmal auf die Kadenz zu verzichten um einen schönen, schreitenden Bewegungsfluss zu erhalten oder ob man gar längere Zeit im Stand den Spanischen Gruß als Vorübung vorschalten sollte.

Beobachtungsgabe des Menschen

 

Selbst wenn man ein klares Bild vor Augen hat, fehlt vielen Trainer*innen oft die nötige exakte Beobachtungsgabe und das präzise Markieren der Verhaltensänderung mit dem Clicker. Manchmal ist ein kaum wahrnehmbares Anzeichen für einen Erkenntnisfortschritt beim Pferd wirklich nur ein Muskelzucken oder ein nur angedeutetes winziges Anheben der Schulter. Bleiben diese kleinen Verhaltensdetails vom Menschen unkommentiert und werden nicht positiv bestärkt, so werden sie wieder verschwinden und ein Trainingsschritt kann nicht oder nur durch einen Zufall vollzogen werden. Auch eine Clickerausbildung bedeutet für Pferd und Mensch eine sehr arbeitsintensive Erfahrung und wie bei jeder seriösen Pferdeausbildung müssen wir erst eine gewisse fachliche Tiefe erreichen und unsere technischen Fertigkeiten ein Leben lang weiter verfeinern.

Auf dem Weg zu besseren Clickertrainer*innen

 

Für viele von uns stellt sich die Frage: Wie wird man nun eigentlich wirklich besser im Clickertraining? Der Übergang vom Anfangsstadium, welches sich für mich dadurch kennzeichnet, dass hauptsächlich mit Trainingsobjekten gearbeitet wird und Lektionen geübt werden, die in wenigen Teilschritten zu erreichen sind, zum Fortgeschrittenenstadium, welches für die Pferdeausbildung im eigentlichen Sinne nötig ist, wird zum Prüfstein. Nur wer auch komplexe Verhaltensweisen trainieren und diese dann auch sicher abrufen kann, wird über das Stadium der Spielerei hinauskommen und beispielsweise ein sicheres Reitpferd oder auch ein Showpferd ausbilden können.

Basisfertigkeiten guter Clickertrainer*innen

 

Um wirklich gut zu werden, sollten interessierte Einsteiger*innen vorerst den Basisfertigkeiten so viel Aufmerksamkeit schenken wie es der eigene Trainingsalltag zulässt. Im Folgenden möchte ich einige grundsätzliche Fertigkeiten etwas näher beschreiben, welche zum einen den Einstieg in das Clickertraining erleichtern und zum anderen für die Bewältigung späterer anspruchsvoller Lektionen unbedingt schon verinnerlicht sein sollten.

Die eigene Fingerfertigkeit

 

Oft erscheinen uns bestimmte körperliche Fertigkeiten oder Abläufe banal, aber dennoch entscheiden schon manchmal vermeintlich Kleinigkeiten über spätere Erfolge in unserem gemeinsamen Training mit dem Pferd. Wie bei dem Erlernen eines Musikinstruments sind einige Grundlagen leider unumgänglich, denn halten wir die Gitarre in einer ungünstigen Position oder nehmen wir eine falsche Sitzhaltung am Klavier ein so werden wir spätestens bei den schweren Stücken an die Grenzen unserer körperlichen Möglichkeiten stoßen. Wer ein*e gute*r Trainer*in für sein Pferd sein möchte, muss im wahrsten Sinne des Wortes sein Handwerkszeug beherrschen. Und das bedeutet auch ganz praktisch seine manuellen Fähigkeiten zu trainieren und bereits auf Kleinigkeiten bei der Handhabung mit dem Arbeitsgerät zu achten:

Bedienen des Clickers

 

Wer erfolgreich Clickern möchte, muss den Clicker immer so in der Hand halten, dass man bei Bedarf sofort und nicht erst mit Zeitverzögerung drauf drücken kann. Man braucht auch einen definierten Platz an den man den Clicker belässt, wenn man ihn gerade nicht braucht, also entweder an einen Armband oder aber ein Platz im Futterbeutel. Bei beiden Varianten muss man die praktische Ausübung ausgiebig üben. Also wie lasse ich den Clicker verschwinden und vor allem, wie greife ich ihn blitzschnell wieder, wenn ich ihn benötige.

Hilfsmittel

 

Zu allem Überfluss hat man meistens im realen Trainingsalltag neben dem Clicker auch noch weitere Gegenstände wie etwa den Führstrick, Gerte oder den Target-Stick in der Hand. Auch hier muss die Handhabung möglichst ohne Pferd geübt werden und ähnlich wie bei einem gelungenen Zaubertrick muss man die Abläufe so stark verinnerlichen, dass sie schon fast unterbewusst ausgeführt werden können. Jedes Zubehör bei unserem Training muss dabei so gehalten werden können, dass er seiner Funktion gemäß benutzt werden kann und wir gleichzeitig den Clicker sicher bedienen können. Ganz nebenbei braucht man eine gute Rechts-Links-Koordination, da z.B. für die perfekte Gymnastizierung fast alle Lektionen von beiden Seiten eingeübt werden und sich dabei natürlich auch immer die Handhabung der Hilfsmittel umkehrt.

Die Handhaltung

 

Eine Grundregel im Clickertraining besagt: Erst der Click, dann der Griff zur Futtertasche, nie umgekehrt oder gleichzeitig. Dies hat einen guten Grund, nämlich, dass das Pferd nicht unbeabsichtigt auf den Taschengriff oder eine schnelle Handbewegung konditioniert wird, sondern immer nur eindeutig auf den Click. Die Einhaltung dieser korrekten Reihenfolge lässt sich am besten gewährleisten, wenn man eine streng definierte Nullposition für seine Hände hat. Wo also soll die Hand mit dem Clicker liegen, während man das Pferd beobachtet, also bis zu dem Zeitpunkt in dem man für die erwünschte Verhaltensweise den Click auslöst? Für Einsteiger*innen empfiehlt es sich auf keinen Fall als Nullposition die Hand im Futterbeutel zu haben, sondern beispielsweise den Arm locker herunterhängen zu lassen. Selbstverständlich gibt es aber für die praktische Handhabung mit dem Ausbildungszubehör keine einheitliches und streng vorgeschriebenes Regelwerk, sondern in bestimmten Grenzen sollte jeder seinen eigenen Stil entwickeln dürfen, mit dem man sich wohlfühlt und der dem Pferd eindeutige Informationen übermittelt.

Die optimale Fütterungstechnik

 

Auch die Art der Übergabe des Futters beeinflusst den Lernerfolg entscheidend. Zum einen muss man sich Gedanken darüber machen, was man in genau diesem Moment mit dem Futter überhaupt erreichen möchte: Will man das Pferd in eine bestimmte Position füttern, die als Endergebnis der Übung gefragt ist oder will man gerade im Gegenteil erreichen, dass das Pferd durch den Futterpunkt in eine günstige Ausgangslage für die Wiederholung der Übung gerät?

Übertragen von Emotionen

 

Zum anderen bedeutet die Futterübergabe in Bezug auf uns Menschen immer auch schon eine Information für das Pferd. Füttere ich dicht an meinem eigenen Körper und hektisch direkt aus der Tasche, so wird mein Pferd vermutlich immer näher herankommen und den Körperkontakt suchen, während es sich leichter abwendet, wenn ich das Futter immer am ausgestreckten Arm außerhalb meines persönlichen Raumes langsam und ruhig übergebe. Insbesondere im Augenblick der Futterübergabe kommunizieren wir unbewusst viele Gefühle und Informationen: Wurden wir von dem Lernerfolg des Pferdes überrascht? Haben wir eher einen Trostclick gegeben um den Motivationslevel des Pferdes beizubehalten? Freuen wir uns ehrlich mit dem Tier über das gemeinsam empfundene Erfolgserlebnis?

Präzise Timingübungen

 

Exaktes Timing ist das Geheimnis der Profitrainer*innen. Sie schaffen es im Sekundenbruchteil eine Rückmeldung in Form des Clicks zu geben. Um ein Gefühl dafür zu bekommen wie schnell eine Reaktion erfolgen muss, kann man sich im Fernsehen oder im Internet mal ein Profi-Tischtennisspiel ansehen. Man schlüpft dabei in die Rolle eines*einer Spieler*in und versucht jeden Schläger-Ball-Kontakt zu clicken. Meist wird man ziemlich schnell merken, dass dieses Tempo und die Koordination von dem Auge zur Auslösung des Clickers den Laien eindeutig überfordert.

Hohe Konzentration

 

Der Clickerprofi sollte diese Herausforderung schon meistern, aber interessierte Anfänger*innen können ihr Timing aber erst einmal ganz langsam schulen, indem sie z.B. bei einen Fußballspiel im Fernsehen immer mit einem Kugelschreiber den Moment clicken wenn ein*e Spieler*in den Ball mit dem Fuß berührt. Das mag sich vielleicht sehr leicht anhören, aber es ist schwieriger als man meint, wenn man wirklich ganz exakt den Moment der Ballberührung treffen möchte und nicht eine halbe Sekunde zu früh oder zu spät clickt. Ziel dabei ist es die eigene Reaktionszeit immer weiter zu verkürzen und auch die eigene Beobachtungsgabe und Konzentration zu verfeinern. Essentiell nötig für eine schnelle Reaktionsfähigkeit ist ein hohes Maß an Aufmerksamkeit und Verdichtung der eigenen Wahrnehmung. Einen solchen Grad an Konzentration sind wir zumeist im Alltag gar nicht gewöhnt, denn es bedeutet sehr konsequent alles Unwichtige für den Moment auszublenden und sich nur auf das zu erarbeitende Element zu fokussieren.

Fütterungstechniken verfeinern

 

Wer wirklich lernen will wie professionelle Clickertrainer*innen arbeiten, der kommt auch nicht umhin die Bedeutung der Höflichkeitsübungen zu berücksichtigen. Der Mensch aber auch das Pferd müssen lernen, dass der*die Trainer*in das Leckerli dem*der Schüler*in übergibt und nicht dass der Click eine Aufforderung darstellt sich den Belohnungshappen einfach möglichst schnell zu schnappen. Gerade Clickeranfänger*innen müssen in der Lage sein, das Leckerli genau dort in der selbst gewählten Geschwindigkeit dem Pferdes entspannt und ohne Hektik übergeben zu können.

Erhöhter Erregungslevel

 

Die etablierte Höflichkeit im Clickertraining bedeutet auch, dass wir uns jederzeit neben dem Pferd wohlfühlen, also wir uns weder körperlich noch emotional durch entstehende Unruhe bedrängt fühlen. Ist dieser Grad an empfundener Sicherheit nicht gegeben, so haben Höflichkeitsübungen immer die oberste Priorität im Training. Gerade der erhöhte Erregungslevel wird extrem leicht mittrainiert, denn beim Clickertraining besteht immer die Gefahr, dass durch den Einsatz von Belohnungen sowohl der Mensch wie auch das Pferd übermotiviert reagieren.Wer dann auch noch mit einem schon leicht aufgeregten Pferd weiter übt, ein angedeutetes Schnappen trotzdem belohnt oder generelle Unruhe ignoriert, der wird eben diesen schon vorhandenen Erregungslevel in sein weiteres gesamtes Training immer weiter integrieren. Nicht umsonst heißt es: „You get what You click“ – also „Du bekommst was du clickst“ und nicht etwa das Verhalten welches wir uns wünschen oder ursprünglich als Trainingsziel angestrebt haben. Das Problem des erhöhten Erregungslevels wird sich nun sukzessive Potenzieren und kann dabei leicht außer Kontrolle geraten.

Clickertraining bedeutet auch Lernen für den Menschen

 

Natürlich sind wir alle in gewisser Weise von Natur aus bequem. Wir tun das am liebsten, was einen schnellen Erfolg verspricht und schieben unangenehme oder anstrengende Tätigkeiten nur zu gerne weiter auf. Aber immer nur das zu tun, was einem selbst besonders liegt und den Talenten des Pferdes entspricht, bringt einen in Bezug auf die Beherrschung einer so komplexen Methode wie der des Clickertrainings nicht weiter. Sicher ist es schön immer auf die Angebote des Pferdes zu warten und so leicht Erfolge zu produzieren. Ein Angebot in einem Problemfeld des Pferdes, etwa bei vorhandenen Ängsten wird es aber meist nicht geben. Hier ist ein systematisches Herantasten an Meideverhalten oder auch Verhaltensauffälligkeiten nötig und wir müssen gemeinsam einen Schritt aus der eigenen Komfortzone wagen. Höfliche Umgangsformen müssen wir immer wieder neu mit unserem Pferd gemeinsam verhandeln und sowohl die Grenzen unseres Toleranzbereiches abstecken wie auch die maximale Freiheit unserer vierbeinigen Partner*innen zulassen.

Du musst es tun

 

Wie heißt es doch so schön: „Das Reiten lernt man nur durch reiten“ und das bedeutet auch für das Clickertraining, dass wir konsequent nach den Regeln der positiven Verstärkung unseren gemeinsamen Trainingsalltag ausgestalten müssen. Das Clickern lernt man eben auch nur durch clickern. Deshalb ist es wichtig, auch die unterschiedlichen Methoden des Clickertrainings zu beherrschen, um sie gleichwertig einsetzen zu können und um entscheiden zu können, wann ein Wechsel der Methode von z.B. Target-Training zu Micro-Shaping einen schnelleren Lernerfolg verspricht. Auch hier haben wir Vorlieben: Während die eine Person das Pferd durchaus gerne direkt mit einem Leckerli lockt, vertraut die andere beim Clickertraining eher auf die Macht des freien Formens oder des Capturings.

Sich gemeinsam wohlfühlen

 

Die Schwerpunkte unserer gemeinsamen Arbeit können wir so jeden Tag neu bestimmen, aber die Höflichkeit gegenüber dem Pferd darf nie aus unserem Fokus geraten. Viel zu leicht verführen einen die Erfolge des Clickertrainings seine eigenen Ansprüche und Erwartungen dem Tier aufzudrängen. Auch dürfen wir nicht nur unsere subjektiven Erfolgserlebnisse in den Vordergrund stellen, sondern müssen das Wohlbefinden und den Spass den unser Pferd empfindet als Maßstab für unseren Umgang wählen um so den Tieren ein pferdegerechtes Lernen zu ermöglichen.

Ihr seht, mit Clickern alleine ist es nicht getan, Marlitt

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Marlitt Wendt

 

 

Ich bin Verhaltensbiologin und eine Pionierin auf dem Gebiet des Trainings mit positiver Verstärkung für Pferde. Das was zunächst als private Leidenschaft begann, ist seit fast 20 Jahren meine Berufung. Ich habe meinen Traum verwirklicht und durfte mein Wissen und meine Erfahrung als Autorin in vielen Sachbüchern und Fachartikeln veröffentlichen und als Dozentin auf Seminaren im gesamten deutschsprachigen Raum in der Praxis umsetzen. RPlus ist nun die Quintessenz meiner bisherigen Arbeit. Mit RPlus als Idee, positive Verstärkung in ihrer Gesamtheit darzustellen und den Grundgedanken des Gebens wirklich zu leben, veröffentliche ich hier lerntheoretische Inspirationen, meine eigenen Ausbildungskonzepte und persönliche Einblicke in meine Pferdewelt.

Conny Ranz

 

 

Ich bin Pferdefotografin und Grenzgängerin. Mit meiner Kamera bewege ich mich zwischen den Welten. Zwischen Tier und Mensch, zwischen Traum und Realität. Pferde ihrer Natur entsprechend in ihrer ganzen Persönlichkeit zu zeigen, begeistert mich damals wie heute. Dazu bin ich unter anderem europaweit auf den Spuren der Wildpferde unterwegs. Diese Begegnungen erwecken stets den Mut zur Freiheit in mir. Mit meinen Bildern durfte ich bereits an einigen Buchprojekten namhafter Verlage sowie in diversen Pferdemagazinen mitwirken. Vor allem aber verleihe ich damit unserem gemeinsamen Herzensprojekt RPlus aus vollster Überzeugung Flügel.

AUTHOR: Conny Ranz & Marlitt Wendt